Gestaltet von Pastor Jörg Schulze, Borkum

Jahreslosungskarte - gestaltet von Pastor Jörg Schulze, Borkum

Kinderkleiderstube unterstützt Auftritte von Krankenhaus-Clowns

Förderverein Kinderklinik Leer erhielt 2000 Euro / Diakonische Einrichtung benötigt zurzeit besonders kleine Babysachen

„Es ist faszinierend, wie sich die kleinen Patienten über die Besuche der Krankenhaus-Clowns freuen“, erzählte Jan Wolff,  Vorsitzender des Fördervereins Kinderklinik Leer. Er bedankte sich herzlich beim Team der Kinderkleiderstube für eine Spende von 2000 Euro. Das Geld soll zur Finanzierung der regelmäßigen Clown-Auftritte beitragen.

Die Kinderkleiderstube an der Friesenstraße 65a in Leer ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer. Baby- und Kinderbekleidung bis Größe 116 und verschiedenes Zubehör werden hier  zu einem sehr kleinen Preis angeboten. Jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr ist die Einrichtung geöffnet. Sie steht allen offen, eine Bedürftigkeit muss nicht nachgewiesen werden. Bestückt wird sie aus gut erhaltenen Spenden.

„Man sieht, dass mit der Abgabe der Sachen doppelt Gutes bewirkt wird“, sagte Superintendentin Christa Olearius. Ausgebildete Klinik-Clowns kommen zu lassen, sei eines von verschiedenen Projekten, mit denen der Förderverein den Aufenthalt der Kinder erleichtere, erläuterte Jan Wolff. Man wolle zu einer angstfreien, gesundheitsfördernden Atmosphäre beitragen.

Zurzeit sind manche Regale in der Kinderkleiderstube ziemlich leer. Über weitere Spenden würde sich das ehrenamtlich arbeitende Team freuen. „Ganz besonders benötigen wir die kleinen Babysachen in den Größen 50 bis 68“, betonten Monika Pohl und Andrea Michelmann-Richert.

Die Spenden werden auch außerhalb der Öffnungszeit gerne nach telefonischer Vereinbarung angenommen. Ansprechpartnerin ist Kirchenkreissozialarbeiterin Gertraud Kramer. Sie ist unter 0491-9768321 zu erreichen.

 

 

Fast vergessenes Kulturgut rückt ins Bewusstsein

Heimatmuseum Leer zeigt Bibelfliesen-Ausstellung  / Eröffnung war in der Lutherkirche

Im Heimatmuseum Leer drängten sich am ersten Adventssonntag die Besucher. Dort wird bis zum 25. Februar die Sonderausstellung „Bibelgeschichten in Mangan und Blau“ der Projektgruppe Kulturgut Bibelfliesen gezeigt. Zu sehen sind 96 historische Bibelfliesen. Hingucker sind auch Bilder und großflächige Poster mit Bibelfliesen-Motiven.

Die offizielle Ausstellungseröffnung fand zuvor in der Lutherkirche statt. Dort begrüßte Pastor Christoph Herbold die Besucher und hielt eine kurze Andacht. Es sei wunderbar, dass die Ausstellung hierher gekommen sei – mitten in die Altstadt, in der kirchliche Vielfalt und gutes Miteinander bestünden, sagte Bürgermeisterin Beatrix Kuhl in ihrem Grußwort. Dank sprach allen Beteiligten Hilke Boomgaarden, Vorsitzende des Heimatvereins Leer aus.

Das Heimatmuseum habe gern Platz für die jetzt 102. Präsentation der Wanderausstellung eingeräumt, betonte dessen Leiter Burghardt Sonnenburg. In ganz Deutschland seien die Bibelfliesen schon zu sehen gewesen, vor einigen Jahren auch in der Leeraner Buchhandlung Plenter.

„Wir sind gerne wiedergekommen“, sagte Kurt Perrey. Der Pastor im Ruhestand hatte vor 15 Jahren in Norden mit der Arbeit an dem Projekt begonnen. Er hob die Bedeutung des Niederländers Jan Pluis als Experte für volkskundliche Fliesen hervor: Ohne dessen Ratschläge hätte er sich nicht an das Projekt herangewagt. Als Perrey nach Emsdetten umzog, entstand dort der Arbeitskreis Bibelfliesen Münsterland, der nun gemeinsam mit dem Norder Bibelfliesenteam das Projekt betreut. „Ein fast vergessenes Kulturgut soll mit den Fliesen ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden“, erklärte der Theologe.

Im Heimatmuseum führten Kurt Perrey und Burghardt Sonnenburg Besucher durch die Ausstellung und gingen auf Fragen ein. Ein Bereich ist dem Thema Advent und Weihnachten gewidmet. Aktuelle Themen wie Flucht und Vertreibung kommen ebenfalls vor.

Auch zum Schmunzeln gab es manches für die Zuhörer. So erzählte Perrey von 300 Jahre alten Bibelfliesen, die er in einer Gaststätte in Emsdetten unter einem Plakat entdeckte. Jetzt säßen die Gäste besonders gern in der Nähe der Fliesenwand. Gezeigt werde dort auch die Fliesenbibel.  Diese befindet sich ebenfalls auf den Büchertischen im Heimatmuseum. Sie könne weiterhin erworben werden, sagte der „Bibelfliesenpastor“ auf Nachfrage. Gut kamen bei den Besuchern auch gereimte Kurztexte zu Bibelfliesen-Bildern an.

In gemütlicher Atmosphäre bei Tee und Gebäck tauschten sich die Gäste über das Gesehene aus. „Man muss unbedingt noch einmal herkommen“, war von einigen angesichts der vielen Eindrücke zu hören.

Die Ausstellung ist bis zum 25. Februar 2019 zu sehen. Öffnungszeiten sind bis Ende 2018 jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis17 Uhr. Vom neuen Jahr an kann die Ausstellung dienstags bis freitags besichtigt werden, sonnabends, sonntags und montags ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich.