Kinderkleiderstube schließt nach 13 Jahren

Kirchenkreissozialarbeiterin Gertraud Kramer und Superinten-dentin Christa Olearius (von links) bedankten sich bei Margreth Haberecht, Monika Pohl, Andrea Michelmann-Richert und Gitte Meiners-Hagen für deren ehrenamtlichen Einsatz in der Kinder-kleiderstube. Die Einrichtung wurde jetzt geschlossen. Foto: Dübbel

Diakonische Einrichtung des Kirchenkreises / Dank an ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

Monika Pohl, Margreth Haberecht, Andrea Michelmann-Richert und Gitte Meiners-Hagen können ihre Dienstagvormittage jetzt anders gestalten: Die Kinderkleiderstube in der Friesenstraße 65a in Leer, in der sie ehrenamtlich gearbeitet haben, wurde geschlossen. Der Raum werde für andere Zwecke benötigt, sagte Kirchenkreissozialarbeiterin Gertraud Kramer.

In der Einrichtung des Diakonischen Werkes des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer gab es vor allem Baby- und Kinderbekleidung bis Größe116 und verschiedenes Zubehör – und das alles zu einem sehr kleinen Preis. Verzichten müssen Familien mit kleinem Portemonnaie darauf aber auch künftig nicht: Die noch vorhandenen Sachen wurden an das „Kaufhaus am Ostersteg“ der Caritas übergeben. „Wir freuen uns auch über Kindersachen“, sagte Stefanie Holle, Geschäftsführerin des Caritasverbandes Ostfriesland. Jeder könne kommen und Artikel günstig einkaufen. Damit das auf Dauer ermöglicht werden könne, sei man auf gut erhaltene Sachspenden angewiesen.
Bei einer kleinen Abschiedsfeier dankte Superintendentin Christa Olearius im Namen des Kirchenkreises dem Team der Kinderkleiderstube für dessen Engagement. „Das war großartig“, sagte sie. Auch Gertraud Kramer würdigte den Einsatz. Die Frauen hätten immer alles zuverlässig geregelt, erklärte sie.

Ins Leben gerufen wurde die Einrichtung – zunächst als Kinderkleiderkammer in einem noch kleineren Raum – vor 13 Jahren. Anja Kleen habe mit der Arbeit als Ehrenamtliche begonnen. Die ersten Sachen habe diese selbst von ihren Kindern mitgebracht. Bestückt wurde die Kinderkleiderstube aus Spenden. Trotz der geringen Preise für die Abnehmer seien ansehnliche Summen für soziale Zwecke zusammengekommen, erzählte Monika Pohl. So erhielt im vergangenen Jahr der Förderverein Kinderklinik Leer 2000 Euro zur Unterstützung der Clowns-Auftritte.

Bei Kaffee und von Gertraud Kramer gebackenen Muffins erzählten die Frauen von ihrer Arbeit mit vielen Begegnungen und von besonderen Begebenheiten. Einmal sei ein Mann gekommen, dessen Frau ein Baby bekommen hatte, für das aber noch die Ausstattung fehlte. Ins Schwitzen kam das Team, als es einen Wasserschaden im Keller gab. Viele der Kindersachen habe man zum Glück noch retten können.

„Vertraut den neuen Wegen“ sprach Christa Olearius den Frauen zum Abschluss als Segenswort zu. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betonten, dass sie sich über die Wertschätzung der Superintendentin sehr freuten.

Lutherkirche lädt zur Herbstakademie ein

Drei Veranstaltungen im November zu Grundfragen des Lebens

Die Evangelisch-lutherische Lutherkirchengemeinde in Leer lädt in Kooperation mit der Stiftung Lutherkirche Leer erneut zu einer Herbstakademie ein. „Bewusst wollen wir Grundfragen des Lebens ins Gespräch bringen, die jeden Menschen angehen“, erläutert Pastor Christoph Herbold die Absicht der Veranstalter. „Gemeinsam ergeben sich neue – vielleicht auch überraschende – Sichtweisen. Und Gedanken, die weiterhelfen.“ Impulse ausgewiesener Fachleute bilden an jedem Abend den Auftakt. Es schließt sich ein vertiefender Austausch an. Fachkenntnisse sind nicht vorausgesetzt.

Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei. Sie finden im Lutherhaus am Patersgang 4 in Leer statt. Aufgrund des begrenzten Platzangebots wird um Anmeldung gebeten: telefonisch 04191-9921627 (AB) oder online: https://anmeldung.e-msz.de/node/1920

Mittwoch, 6. November, 19 Uhr – „Und wenn ich verzweifle?“ Umgang mit dem Leid Filmemacher Karl-Heinz Heilig

Montag, 18. November, 19 Uhr – „Ich weiß, dass ich sterben werde“
Testamentsabfassung Rechtsanwalt Ulf Spieker, Remels

Montag, 25. November, 19 Uhr – „Was ich noch bedenken will“
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung Notar Detlef Gühmann, Leer

 

Zur Veranstaltung am 6. November: Leeraner Uraufführung des Films „Alles wirkliche Leben ist Begegnung (Martin Buber)“, Collage aus 20 Jahren „Der leise Film“ von Karl-Heinz Heilig (105 Min., D/CH 2016)

Der Dokumentarfilmer Karl-Heinz Heilig und seine Partnerin Ulla Haschen haben das ruhige Hinschauen zu ihrem Markenzeichen gemacht; haben seit vielen Jahren mit ihrer Philosophie des `leisen Films´ Spiritualität im Alltag entdecken lassen. Es sind Geschichten für den zweiten Blick; Geschichten, die von der tief verborgenen Sehnsucht nach Leben erzählen. Ihre filmischen Begegnungen folgten dem Motto „Spielräume lassen“ – Spielräume für die jeweils Portraitierten, aber auch für die Zuschauer; mit genügend Raum für Gedanken, Gefühle und innere Verknüpfungen.

Die aktuelle Produktion ist eine Collage aus 20 Jahren „Der leise Film“; aus Filmen über Menschen, die sich ihren Lebenskrisen gestellt haben und darin gewachsen sind. Ein Jubiläumsfilm sollte es werden, von Heilig und seiner Partnerin Ulla geplant als eine „Liebeserklärung an das Leben“. Dann das Unbegreifliche: im Oktober 2014 nahm sich Ulla Haschen das Leben. Der Filmemacher musste auf schmerzliche Weise ganz persönlich die Grenzen einer lebensbejahenden Kulturarbeit erfahren. Jetzt war es die eigene Lebenskrise, die es anzunehmen galt.

Heilig entschloss sich, auch seinen Trauerprozess zum Bestandteil des gemeinsam geplanten Films zu machen. Aus dem Blickwinkel der eigenen Endlichkeit erzählt er vom Leben, von der Liebe und dem Suizid eines geliebten Menschen – und stellt diese persönliche Erfahrung in den Kontext anderer bewegter Lebensgeschichten: in die Geschichten von drei Bergbäuerinnen aus dem Hochschwarzwald, einer Heilkräuterfrau aus der Friesischen Wehde, einem Priester aus Kamerun, einem Schweizer Architekten für Kirchenbauten, einem Zen- und Kalligrafiemeister aus Japan/USA und einem Lehrer, der über 50 Jahre seine Freude am gemeinsamen Singen mit vielen Menschen teilt. Sie alle sind in ihre eigene, ganz persönliche Gewissheit hinein gewachsen und laden ein, das Blatt des Lebens auch eigenhändig zu bemalen.

„Ein Film, der Mut machen möchte für das Leben – der berühren und öffnen möchte für einen liebevollen Blick auf sich und die Welt.“ (K.-H. Heilig)

Die Schauspieler Barbara Schmitz-Lenders und Pavel Möller-Lück vom Theater Laboratorium Oldenburg lesen die Texte im Film.

Zwei Juristen setzen die Reihe fort: Sie handeln von der Vorsorge angesichts der Endlichkeit des Lebens. „Gleichgültig, wie jung oder alt man ist, sollten wir uns dem Thema stellen“, so Uwe Gerdes von der Stiftung Lutherkirche Leer, die die Reihe mit veranstaltet. „Wir wünschen uns, dass die Besucherinnen und Besucher durch die Herbstakademie angeregt werden, sich wichtigen Fragen zu stellen. Kompetente Gesprächspartner stehen dafür zur Verfügung.“