borkum

Evang.-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer

Kirche mitten im Leben

Losung Montag, 18. November 2019

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Psalm 139,5

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Kirchenkreistag Emden-Leer tagt

Zu seiner Sitzung tritt der Kirchenkreistag des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer am Donnerstag, 14. November, in Emden zusammen. Die Tagung beginnt um 18 Uhr im Gemeindezentrum der Martin-Luther-Kirche an der Bollwerkstraße 17. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Berichte aus dem Kirchenkreisvorstand, aus verschiedenen Ausschüssen und Informationen über Finanzangelegenheiten. Von Superintendentin Christa Olearius wird ein Zwischenbericht über den Zukunftsprozess im Kirchenkreis zu hören sein.

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Superintendentin Christa Olearius zupfte Unkraut auf Borkum

Die Ev.-luth. Christus-Kirchengemeinde geht mit biodiverser Urnengrabanlage „Ruhen inmitten der Wogen“ neue Wege bei Bestattungen / Einweihung am 16. November

Bunte Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und andere Insekten tummeln sich inmitten des Farbenmeeres aus Stauden in der neuen Urnengemeinschaftsgrabanlage auf dem Ev.-luth. Friedhof in der Süderstraße auf Borkum, und es ist eine Freude, ihrem Treiben zuzusehen. „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“, so lautet das mit EU-Mitteln geförderte Projekt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, an dem die Christus-Kirchengemeinde als eine von insgesamt neun Kirchengemeinden in Niedersachsen teilnimmt. Der Ort, an den wir unsere Toten bringen, soll ein Zeichen für das Leben sein und durch eine Erhöhung der Biodiversität seine Attraktivität gesteigert werden, so der Ausgangsgedanke. Staudenflächen, Blumenwiesen, neue Bäume, dichte Hecken aus einheimischen Gehölzen, blühende Grabfelder und vielfältige Nischen sind nicht nur grüne Oasen für Tiere, Insekten und Pflanzenarten, sondern sollen auch das menschliche Auge erfreuen. 

„Ruhen inmitten der Wogen“ werden die Verstorbenen dort, was nicht nur durch die Insellage des Friedhofs auf Borkum, sondern auch symbolisch in der Anlage zum Ausdruck kommt. In seiner Mitte befindet sich ein angedeutetes Boot aus Lärchenholz, in dem Bänke zum Ausruhen, Verweilen und zur Andacht einladen und in dem auch kleine Trauerfeiern stattfinden können. Es bietet wie die Arche Noah Geborgenheit und Schutz in dem tosenden Meer, das durch die unterschiedlich hohen und teilweise in Blau gehaltenen Stauden dargestellt wird. Den Mast bildet ein Holzkreuz, christliches Symbol für das Leben, das stärker ist als der Tod.

Mit einer Andacht soll die neue Urnengemeinschaftsgrabanlage auf dem Friedhof der Ev.-luth. Christus-Kirchengemeinde in der Süderstraße auf Borkum am 16. November um 15 Uhr eingeweiht werden. Im Anschluss kann sie besichtigt und es können Fragen beantwortet werden.

Weitere Auskünfte im Internet unter www.ruhen-inmitten-der-wogen.de oder bei Friedhofsverwalterin Sonja Hartwig (T. 990231), Friedhofspfleger Holger Vierke (T. 01575 3060452) und Pastor Jörg Schulze (T. 2253).

Abseilen vom Kirchturm als besonderes Erlebnis

Viele Veranstaltungen zum Reformationsfest / Erstmals eine ChurchNight für Jugendliche in der Lutherkirche Leer

Vom zaghaften „gut“ bis zum begeisterten „cool“ reichten die Reaktionen der Jugendlichen, die sich am Vorabend des Reformationstages vom Turm der Lutherkirche in Leer abseilten. Die besondere Aktion gehörte zur ChurchNight der Evangelischen Jugend im lutherischen Kirchenkreis Emden-Leer.

Von der ungewöhnlichen Atmosphäre in der Lutherkirche zeigte sich auch Superintendentin Christa Olearius sehr angetan. Dort herrschte ein buntes und fröhliches Miteinander der rund 60 Jugendlichen, um die sich 20 junge Teamer sowie Olaf Wittmer-Kruse vom Kirchenkreisjugenddienst und einige Pastoren der beteiligten Gemeinden kümmerten. „Der Kirchenraum ist jetzt mit anderen Augen zu erleben“, sagte Olearius im Gespräch. Besonders viele Teilnehmer kamen aus Pewsum, wo schon im vergangenen Jahr die ChurchNight gefeiert wurde

Vorangegangen war eine auf die jungen Menschen zugeschnittene Andacht. Anschließend holten sich manche Teilnehmer aus dem Lutherhaus einen leckeren Snack, andere suchten sich voller Eifer schon einen Schlafplatz für das Übernachten in der Kirche. Und die Mädchen und Jungen, die bei der Abseil-Aktion mitmachten, bekamen von Profi-Kletterer Jan van Dompseler und seinem Team die Anleitung dafür.

„Was wir hier heute anbieten – nicht nur das Abseilen, sondern beispielsweise auch kreative Beschäftigungen wie das Schreiben mit Tinte in einem Skriptorium – hat viel mit ,sich trauen‘ zu tun“, sagte Kirchenkreisjugenddiakon Wittmer-Kruse. „Ich steh‘ auf“ laute ja das Motto in Anlehnung daran, wie Martin Luther sich für Gerechtigkeit eingesetzt habe. Wichtig sei auch, junge Menschen neugierig zu machen und ihnen ein Gemeinschaftserlebnis wie dieses hier zu ermöglichen.

Ein besonders gutes Gefühl, Mut gezeigt zu haben, hatten die Jugendlichen, als sie nach dem Abseilen aus etwa 18 Metern Höhe wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Aufmunternde Rufe begleiteten sie.

Später war in der Kirche Disco angesagt. Und nach Mitternacht ließ Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold die Ahrend-Orgel erklingen.

Ähnliche Veranstaltungen für junge Menschen gab es auch in anderen Kirchengemeinden. Am Reformationstag selbst feierten viele Gemeinden – oft mit mehreren zusammen, mit besonderen Formaten und ökumenisch – Gottesdienste und Andachten.

Vom langen Weg der Frauen in ein kirchliches Amt

Vortrag von Superintendentin Christa Olearius beim Frauentreffen des Kirchenkreises Emden-Leer

Ein Vortrag von Superintendentin Christa Olearius über den Weg der Frauen ins Pfarramt stand im Mittelpunkt des jüngsten Kreisfrauentreffens. Rund 70 Teilnehmerinnen aus dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emden-Leer waren dazu im Hotel „Faldernpoort“ in Emden zusammengekommen. Sie wurden von Evelin Hantke-Berning, Beauftragte für die Frauenarbeit des Kirchenkreises, willkommen geheißen.

Seit gut einem Jahr ist die Superintendentin im Amt. In ihrem Vortrag spannte sie einen Bogen von Frauengestalten aus der Bibel über Frauen, die im Mittelalter Bedeutung erlangten, bis zur heutigen Situation. Im vergangenen Jahrhundert habe sich vieles verändert. „Aber der Weg der Frauen in ein kirchliches Amt war ein langer“, betonte sie.

Von Vorbehalten gegenüber Frauen habe auch sie selbst noch gehört, sagte die Referentin, die in einem klassischen Pfarrhaushalt aufgewachsen ist. Erst 1964 sei in der hannoverschen Landeskirche die erste Frau ordiniert, also nach der Ausbildung ins Pfarramt eingesetzt worden. Zum Studium, so auch der Theologie, seien in Preußen Frauen ab 1908 zugelassen worden. In die Gemeinden hätten sie aber nur als Gehilfinnen oder unter der Bezeichnung Vikarin gehen können. Wenn sie heirateten, mussten sie – wie auch Lehrerinnen – aus dem Dienst ausscheiden. Veränderungen in der Kirche habe es oft durch Notsituationen wie Kriege gegeben: Weil Männer fehlten, hätten Frauen ihnen bis dahin vorenthaltene Aufgaben bekommen.

Erst 1978 wurde durch das Inkrafttreten des Pfarrergesetzes der VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands) die völlige Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Pfarramt verankert. In weitere Leitungspositionen kamen Frauen noch später. So hatte der Sprengel Ostfriesland mit Oda-Gebbine Holze-Stäblein von 2001 bis 2007 eine der ersten Landessuperintendentinnen. Mittlerweile, so Olearius, „ist der Beruf weiblicher geworden“: Der Anteil der Pastorinnen sei auf ein Drittel gestiegen, im Studium liege der Frauenanteil bei 50 Prozent.

Auf ihr erstes Dienstjahr als Superintendentin zurückblickend sagte Christa Olearius, dass sie gerne in gemischten Teams arbeite. Im Kirchenkreis als komplexem Gebilde seien Vernetzung und Gespräche wichtig. In den Gemeinden sehe sie Reichtum und Vielfalt. Sie wünsche sich, dass es kein Konkurrenzdenken gebe.

Die Zuhörerinnen bedankten sich mit Beifall für den Vortrag. Dank wurde auch Evelin Hantke-Berning, Pastorin Hedwig Friebe und Nora Caliebe für die Vorbereitung des Treffens sowie Ortrun Karkow für die musikalische Begleitung ausgesprochen. Für das Frauenhaus Emden legten die Besucherinnen eine Kollekte in Höhe von 309 Euro zusammen. Charlotte Wiese, Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr, hatte über die Arbeit der Einrichtung berichtet.