borkum

Evang.-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer

Kirche mitten im Leben

Losung Freitag, 18. Januar 2019

Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme.

Psalm 18,7

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Über die Erfahrungen slowenischer Frauen wurde bei der Welt-gebetstagswerkstatt in einer Tischrunde berichtet. Foto: Dübbel

Frauen bereiteten gemeinsam den Weltgebetstag vor

Ökumenisches Treffen mit 75 Teilnehmerinnen aus Leer und Umgebung / Gottesdienstordnung kommt aus Slowenien

 

„Dober dan!“ Das ist slowenisch und heißt „guten Tag“.  So begrüßten sich 75 Frauen im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Paulus-Kirchengemeinde Leer-Heisfelde. Dort hatte Diakonin Susanne Kretzschmar sie im Namen der ökumenischen Vorbereitungsgruppe zur Weltgebetstagswerkstatt willkommen geheißen.

Die Liturgie für den Weltgebetstag am 1. März kommt diesmal aus Slowenien. Das Motto lautet „Kommt, alles ist bereit”. Der Nachmittag in Heisfelde machte mit dem Thema vertraut und gab Anregungen für die Gestaltungen der Gottesdienste. Lutherische, methodistische, katholische, baptistische, reformierte und altreformierte Frauen machten mit. Sie sind in Leer und in Nachbargemeinden zu Hause. Die meisten von ihnen engagieren sich seit vielen Jahren für den Weltgebetstag. Über das Miteinander bei den Vorbereitungstreffen sind immer wieder Stimmen der Begeisterung zu hören.

Einen großen Anteil der guten Stimmung macht das Einüben der Lieder aus. Unter der Leitung von Christa Pollmann-Busch und begleitet von einer Instrumentalgruppe klappte das sehr gut. Mit einem Film und informativen Kurzvorträgen wurde Slowenien als eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union vorgestellt.

Im Sinne der Losung „Kommt, alles ist bereit“ wurden auf einen Tisch unter anderem Brot, Potica (Nusskranz), eine Bibel und als Produkte aus Slowenien Salz, Lavendel, Rosmarin und Honig gelegt. Eine gedeckte Tafel gab es auch bei einem Anspiel. Dabei schlüpften Frauen in die Rollen slowenischer Frauen und erzählten in der Tischrunde von ihren Erfahrungen.

Als zum Beispiel Marjeta Ende des Zweiten Weltkriegs geboren wurde, war ihr Land noch ein Teil Jugoslawiens, einer marxistisch-sozialistischen Republik. Religiöse Menschen wie sie seien Bürger zweiter Klasse gewesen und sie – wie viele andere – ins Ausland gegangen. In der Schweiz habe sie Arbeit gefunden, aber unter dem Ansehen als Gastarbeiterin gelitten. Als sie in Rente gingen, seien sie und ihr Mann in die Heimat zurückgekehrt und wieder von ihrer Kirchengemeinde aufgenommen worden. Aus Dankbarkeit engagiere sie sich auch für den Weltgebetstag.

Angesprochen wurden in weiteren Beispielen auch Benachteiligungen von Frauen, der Alkoholmissbrauch in Familien und die Ausgrenzung von Menschen, die der Bevölkerungsgruppe der Roma angehören.

Jeden Sonntag ein Mittagessen und viel Herzenswärme

Suppenküche besteht seit 20 Jahren / Benefizkonzert /  Dankesreden / Sigrid Duhm-Jäckel nun Schirmherrin

 

Mit einem Benefizkonzert feierte die evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde Leer am Sonnabend das 20-jährige Bestehen ihrer Suppenküche. Neben stimmungsvoller Adventsmusik gab es aber auch viele wohlklingende gesprochene Worte. Dank und Anerkennung zum Geburtstag der Einrichtung standen dabei im Mittelpunkt.

Die zahlreichen Besucher, darunter Freunde, Gönner und ehrenamtliche Mitarbeiter der Suppenküche, waren von Pastorin Silvia Köhler begrüßt worden. Sie ernannte später Sigrid Duhm-Jäckel zur Schirmherrin der Einrichtung. Die Pastorin im Ruhestand habe die Suppenküche ins Leben gerufen und werde sie weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam und dem Kirchenvorstand repräsentieren, sagte Köhler.

Viel Einsatz und ein immer offenes Ohr zeichneten die Mitarbeitenden der Suppenküche aus, betonte Superintendentin Christa Olearius in ihrem Grußwort. „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für alles weitere Tun“, sagte sie.

Zu einer Laudatio, die eine enge Verbundenheit zur Suppenküche deutlich machte, wurde die Rede der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann. Hier gehe es um einen Ort, der an jedem Sonntag mehr als eine Speise biete. „Da sind Menschen, die durch ihr Herz wärmen“, sagte sie. Man werde demütig, wenn man die Gäste der Einrichtung sehe: Manchmal mit Armut, manchmal mit Einsamkeit, manchmal auch mit beidem habe es zu tun, dass diese die Suppenküche aufsuchten. Und manche machten auch die Erfahrung, was Glauben bedeuten könne.

Der Zollhaus-Chor LLOZ unter der Leitung von Udo Olthoff, die Christuskirchenband (Burkhard Venus) und der Chor der jungen Lieder (Jantina vom Hagen) stimmten wunderbar auf die Adventszeit ein. Selbst geschriebene Lieder, die sie besonders Sigrid Duhm-Jäckel widmeten, trugen Lektorin Dunja Berger und Jantina vom Hagen vor.

Else Bierbrauer, Leiterin der Suppenküche, dankte allen Unterstützern. Sigrid Duhm-Jäckel schenkte sie einen gebastelten Engel. Ihre Wertschätzung für die Schirmherrin drückten die Besucher aus, indem sie kleine Schirmchen hochhielten. Im Namen des Kirchenvorstandes überreichte Hans Marscheider einen großen Schirm sinnbildlich dafür, „dass wir Sie nicht im Regen stehen lassen.“ Rosen mit Engelsflügeln, auf denen Segenswünsche standen, erhielt Duhm-Jäckel vom Suppenküchen-Team.

„Eine Suppenküche gründet man nicht allein“, sagte die Schirmherrin und würdigte den Einsatz vieler Wegbegleiter. Dem jetzigen Organisationsteam, das Else Bierbrauer, Brigitte Schlarmann, Elke Körte, Gisela Busemann und Hella Vriesenga bilden, dankte sie ihrerseits mit Rosen. In ihrer Andacht appellierte Sigrid Duhm-Jäckel daran, hinzuschauen: „Gott will nicht, dass wir Menschen links liegenlassen“, sagte sie.

Mit einem kräftigen Beifall dankten die Zuhörer zum Schluss allen Mitwirkenden der Feier. Die Kollekte ergab 500,26 Euro für die Suppenküche. Auf dem Kirchenvorplatz genossen die Besucher anschließend Gulaschsuppe und Punsch. Über ein Festessen freuten sich am Sonntag im Gemeindehaus die Gäste der Suppenküche.