borkum

Evang.-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer

Kirche mitten im Leben

Losung Freitag, 14. Dezember 2018

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

Psalm 113,3

Zum heutigen Kalenderblatt
Freuten sich, dass die Danktafel für Maria Catharina Rösingh einen Platz an deren Elternhaus im Patersgang in Leer gefunden hat (von links): Vikar Steffen von Blumröder, Historiker Lennart Gütschow, Pastor Christoph Herbold, Stadt- und Kirchenführer Günter Kambeck, Heimatmuseums-Leiter Burghardt Sonnenburg sowie das Ehepaar Tilman und Mena Rösingh. Foto: Dübbel

Danktafel erinnert an Maria Catharina Rösingh

Lutherkirchengemeinde ehrt Wohltäterin / Historiker  Lennart Gütschow stellte Nachforschungen an

Mehr als 100 Jahre lagerte die Danktafel auf dem Dachboden der Lutherkirche Leer, jetzt macht sie an der Wand des Gemeindehauses am Patersgang 4 wieder auf Maria Catharina Rösingh aufmerksam: „Wir ehren das Andenken einer Frau, die sich aus Glauben für die Allgemeinheit stark gemacht hat“, heißt es in der Erklärung des Kirchenvorstandes der Lutherkirchengemeinde.

Bis zum Jahr 1907 hatte die Tafel im Chorraum der Lutherkirche gehangen. Sie ist mit einfachen Mitteln renoviert worden. Pastor Christoph Herbold freut sich, dass Historiker Lennart Gütschow in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Leer recherchiert hat. Damit ist nun nicht nur die Danktafel, sondern viel Interessantes über das Wirken Maria Catharina Rösinghs ans Licht gebracht worden.

Die Tochter von Edzard Lübbert Ferdinand Rösingh und Euphrosina Juliana Rösingh geb. Brawe lebte von 1769 bis 1839.  Ihr Elternhaus ist eines der Gebäude Leers, die aufgrund der Schäden nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise neu gebaut wurden. Heute befindet sich darin das Gemeindehaus. Maria Catharina Rösingh wurde am 19. Februar 1839 in der Familiengruft unter der Lutherkirche beigesetzt.

Als unverheiratete Frau mit eigenem Vermögen stiftete Maria Rösingh bereits zu ihren Lebzeiten mehrere Male große Summen an die 1675 gegründete lutherische Kirchengemeinde Leer. In ihrem Testament setzte sie die Kirchenkasse und die Armenkasse der Lutherkirchengemeinde als ihre Haupterben ein. Pachterträge aus einem ebenfalls zum Erbe gehörenden Hof östlich von Norden werden bis heute für die diakonische Arbeit der Lutherkirchengemeinde verwendet.

Auch die die Armenkassen der katholischen und der reformierten Gemeinde in Leer wurden von Maria Catharina Rösingh bedacht.

Als die Christuskirchengemeinde Leer im Jahr 1900 gegründet wurde, erhielt sie von ihrer Mutterkirchengemeinde als „Aussteuer“ einen wichtigen Teil des für die Armenkasse bestimmten Erbes.

Enthüllt wurde die Danktafel im Beisein vom Leiter des Leeraner Heimatmuseums, Burghardt Sonnenburg, von Lennart Gütschow als dessen wissenschaftlichem Mitarbeiter, Tilman Rösingh als Nachfahre der Familie und dessen Frau Mena aus Emden sowie Vertretern der Luthergemeinde. An der Wand befindet sich auch eine Informationstafel, die Betrachtern in Kurzfassung erklärt, was Gütschow herausgefunden hat. Ermöglicht wurde das Projekt durch finanzielle Unterstützung der Stiftung Lutherkirche Leer. 

Haushaltspläne für zwei Jahre unter Dach und Fach

Evangelisch-lutherischer Kirchenkreistag Emden-Leer tagte / Letzte Sitzung der Amtsperiode

Ohne Gegenstimmen und bei lediglich einigen Enthaltungen verabschiedeten die Kirchenkreistagsmitglieder des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer die Haushaltspläne für die Jahre 2019 und 2020. „Dem Kirchenkreis steht ein solides finanzielles Fundament zur Verfügung“, sagte Martina Welling als Vorsitzende des Finanzausschusses.

Das Kirchenparlament war am Dienstagabend zur 16. und letzten Sitzung seiner Amtsperiode im Gemeindezentrum der Martin-Luther-Kirche in Emden zusammengekommen. Erläuterungen zur Haushaltsplanung gab auch Carsten Wydora, Leiter des Kirchenamtes. Der Etat für 2019 enthält Erträge in Höhe von 9.195.300 Euro und Aufwendungen von 9.380.100 Euro. Für 2020 sind Erträge von 9.390.400 Euro und Aufwendungen von 9.561.700 Euro veranschlagt. In der Gesamtbetrachtung ergäben sich Überschüsse von rund 170.000 Euro für 2019 und von rund 160.000 Euro für 2020, sagte Wydora. Er betonte, dass es gelungen sei, den dritten doppischen Haushalt in verbesserter Qualität vorzulegen.

Eine intensive Diskussion hatte es vorher zur Errichtung von 3,5 zusätzlichen Stellen im Kirchenamt gegeben. Mitglieder sprachen von „Bauchschmerzen“ und einem „Spagat“ vor dem Hintergrund, dass in den Gemeinden in den vergangenen Jahren Einsparungen vorgenommen worden seien. Andererseits werde die Notwendigkeit zur Aufstockung aufgrund der Arbeitsbelastung im Amt gesehen. Die 3,5 Stellen seien bereits ein Kompromiss, eigentlich wären 7,75 Stellen erforderlich, erklärte Martina Welling. Mit 37 Ja- und elf Nein-Stimmen sowie fünf Enthaltungen wurde schließlich die Stellenerweiterung beschlossen.

In den Nominierungsausschuss des Sprengels Ostfriesland-Ems für die Wahl zur Landessynode wählten die Kirchenkreistagsmitglieder Jane Eich, Hans-Hermann Woltmann, Erasmus Kröger-Vodde und Pastorin Bonna van Hove.

„Der Kirchenkreistag Emden-Leer drängt darauf, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Kapitalanlagen und Beteiligungen kirchlicher Körperschaften so weit zu fassen, dass eine wirtschaftliche Beteiligung an lokalen Projekten der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien gefördert wird.“ Das wurde auf Anregung von Pastor Armin Siegmund als Eingabe an die Landessynode beschlossen. Es sei ein Schritt, den „ökologischen Fußabdruck“ möglichst klein zu halten, hieß es in der Begründung.

Hans-Hermann Woltmann, Vorsitzender des Kirchenkreistages, dankte allen Mitgliedern und den Mitarbeitern des Kirchenamtes für deren Engagement in den sechs Jahren der Amtsperiode. Ein Abendmahls-Gottesdienst in der Kirche, den Superintendentin Christa Olearius, Pastorin Bonna van Hove und Pastor Christoph Jebens gestalteten, bildete den Abschluss des Abends. Verabschiedet wurden die dem neuen Kirchenkreistag nicht mehr angehörenden Mitglieder. Ihnen überreichte Woltmann eine von Landesbischof Ralf Meister unterzeichnete Dankes-Urkunde.

Jeden Sonntag ein Mittagessen und viel Herzenswärme

Suppenküche besteht seit 20 Jahren / Benefizkonzert /  Dankesreden / Sigrid Duhm-Jäckel nun Schirmherrin

 

Mit einem Benefizkonzert feierte die evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde Leer am Sonnabend das 20-jährige Bestehen ihrer Suppenküche. Neben stimmungsvoller Adventsmusik gab es aber auch viele wohlklingende gesprochene Worte. Dank und Anerkennung zum Geburtstag der Einrichtung standen dabei im Mittelpunkt.

Die zahlreichen Besucher, darunter Freunde, Gönner und ehrenamtliche Mitarbeiter der Suppenküche, waren von Pastorin Silvia Köhler begrüßt worden. Sie ernannte später Sigrid Duhm-Jäckel zur Schirmherrin der Einrichtung. Die Pastorin im Ruhestand habe die Suppenküche ins Leben gerufen und werde sie weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam und dem Kirchenvorstand repräsentieren, sagte Köhler.

Viel Einsatz und ein immer offenes Ohr zeichneten die Mitarbeitenden der Suppenküche aus, betonte Superintendentin Christa Olearius in ihrem Grußwort. „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für alles weitere Tun“, sagte sie.

Zu einer Laudatio, die eine enge Verbundenheit zur Suppenküche deutlich machte, wurde die Rede der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann. Hier gehe es um einen Ort, der an jedem Sonntag mehr als eine Speise biete. „Da sind Menschen, die durch ihr Herz wärmen“, sagte sie. Man werde demütig, wenn man die Gäste der Einrichtung sehe: Manchmal mit Armut, manchmal mit Einsamkeit, manchmal auch mit beidem habe es zu tun, dass diese die Suppenküche aufsuchten. Und manche machten auch die Erfahrung, was Glauben bedeuten könne.

Der Zollhaus-Chor LLOZ unter der Leitung von Udo Olthoff, die Christuskirchenband (Burkhard Venus) und der Chor der jungen Lieder (Jantina vom Hagen) stimmten wunderbar auf die Adventszeit ein. Selbst geschriebene Lieder, die sie besonders Sigrid Duhm-Jäckel widmeten, trugen Lektorin Dunja Berger und Jantina vom Hagen vor.

Else Bierbrauer, Leiterin der Suppenküche, dankte allen Unterstützern. Sigrid Duhm-Jäckel schenkte sie einen gebastelten Engel. Ihre Wertschätzung für die Schirmherrin drückten die Besucher aus, indem sie kleine Schirmchen hochhielten. Im Namen des Kirchenvorstandes überreichte Hans Marscheider einen großen Schirm sinnbildlich dafür, „dass wir Sie nicht im Regen stehen lassen.“ Rosen mit Engelsflügeln, auf denen Segenswünsche standen, erhielt Duhm-Jäckel vom Suppenküchen-Team.

„Eine Suppenküche gründet man nicht allein“, sagte die Schirmherrin und würdigte den Einsatz vieler Wegbegleiter. Dem jetzigen Organisationsteam, das Else Bierbrauer, Brigitte Schlarmann, Elke Körte, Gisela Busemann und Hella Vriesenga bilden, dankte sie ihrerseits mit Rosen. In ihrer Andacht appellierte Sigrid Duhm-Jäckel daran, hinzuschauen: „Gott will nicht, dass wir Menschen links liegenlassen“, sagte sie.

Mit einem kräftigen Beifall dankten die Zuhörer zum Schluss allen Mitwirkenden der Feier. Die Kollekte ergab 500,26 Euro für die Suppenküche. Auf dem Kirchenvorplatz genossen die Besucher anschließend Gulaschsuppe und Punsch. Über ein Festessen freuten sich am Sonntag im Gemeindehaus die Gäste der Suppenküche.