Jherings-Boekzetelerfehn - Tropische Temperaturen sorgten am Sonntag, 28. Juni für einen besonderen Waldgottesdienst: Statt am Gut Stikelkamp in Hesel wurde er in die evangelisch-lutherische Johanneskirche zu Jherings-Boekzetelerfehn verlegt. Das war in anderen Jahren auch schon der Fall – dann wegen Regens. Diesmal aber war die extreme Hitze der Grund. „Wahrscheinlich war das zum ersten Mal so“, sagte Pastorin Imke Metz.
Die Seelsorgerin der Gemeinde Jherings-Boekzetelerfehn führte durch den Gottesdienst und hieß Besucherinnen und Besucher sowie Mitwirkende „unter dem blauen Himmel der Kirche“ herzlich willkommen. Ihr besonderer Gruß galt ThDr. Frank Mertin, der die Predigt hielt. Seit April ist er Superintendent des Kirchenkreises Emden-Leer.
Gemeinden aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Emden-Leer und Aurich waren an dem traditionellen Gottesdienst beteiligt. Viel Beifall gab es für die Bläserinnen und Bläser aus Posaunenchören der Region unter der Leitung von Landesposaunenwart Hayo Bunger und den Projektchor unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Marc Waskowiak, die den musikalischen Rahmen gestalteten. Applaus zollten die Zuhörer außerdem dem Soloauftritt von Mitgliedern des Jugend-Posaunenchores Leer.
In seiner Predigt zum Text aus dem Brief des Paulus an die Epheser (4, 1-6) ging ThDr. Frank Mertin auf das Zusammenwachsen ein. Als Beispiel nannte er den Garten. Der brauche gute Bedingungen zum Gedeihen. Viel Pflege gehöre dazu. Ähnlich sei es bei den Menschen. Zeit, Vertrauen und Verständnis seien wichtig.
„Paulus zeigt, was Menschen miteinander verbindet“, erklärte der Superintendent. Ihr Zusammenwachsen sei aber nicht aus eigener Kraft allein möglich. Gott wolle sie auf ihrem Weg dahin stärken. Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe seien notwendig. In die heutige Zeit übertragen bedeute das, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, anderen Menschen Raum zu geben und sich zu bemühen, sie zu verstehen. „Manchmal müssen auch Konflikte gemeinsam durchgestanden werden“, sagte Mertin. Aus ihrer Verschiedenheit heraus könnten Menschen sich gegenseitig bereichern.
Die Kollekte des Gottesdienstes sei für die Arbeit der Tafeln in Leer und Aurich bestimmt. Darauf wies Pastorin Metz hin. Ihre Einladung zum anschließenden Miteinander im Schatten von Kirchturm und Bäumen nahmen viele Besucherinnen und Besucher an. Bei erfrischendem Wasser und Laugengebäck ergaben sich muntere Gesprächsrunden.


