Wenn unterschiedliche Welten erstaunlich ähnliche Fragen stellen.
Diese Woche durfte ich Superintendent Dr. Frank Mertin an der Hochschule Emden/Leer begrüßen. Kennengelernt haben wir uns beim Festgottesdienst anlässlich seiner Amtseinführung im April 2026.
Auf den ersten Blick könnten eine Hochschule und ein evangelisch-lutherischer Kirchenkreis kaum unterschiedlicher sein. Schaut man genauer hin, werden die Gemeinsamkeiten erstaunlich deutlich: Beide sind dezentral geprägt, leben von Beteiligung und demokratisch legitimierten Strukturen und müssen unterschiedliche Interessen und Perspektiven zusammenführen. Und beide stehen vor der Aufgabe, in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen Orientierung zu geben, Menschen mitzunehmen und ihre Organisationen weiterzuentwickeln.
Entsprechend schnell waren wir bei Fragen der Organisationsentwicklung, dem Umgang mit Veränderung und bei der spannenden Frage, wie Führung in beteiligungsorientierten Strukturen erfolgreich gestaltet werden kann.
Für mich persönlich hatte der Austausch noch eine weitere Dimension. In meiner Biografie gab es nur wenige Berührungspunkte mit Religion und Kirche. Umso mehr schätze ich die Möglichkeit, durch solche Begegnungen Einblicke in eine für mich teilweise unbekannte Welt zu gewinnen, andere Perspektiven kennenzulernen und dabei auch den eigenen Blick immer wieder zu erweitern. Dass mein Amt mir diese Möglichkeit gibt, empfinde ich als Privileg.
Vielen Dank, lieber Herr Dr. Mertin, für das offene, sympathische und ausgesprochen interessante Gespräch. Ich freue mich auf den Gegenbesuch – und darauf, noch ein wenig tiefer in diese Welt einzutauchen.


