Mit einem festlichen Gottesdienst wird ThDr. Frank Mertin am Sonntag, 19. April, um 15 Uhr in sein Amt als Superintendent des Kirchenkreises Emden-Leer eingeführt. Die Einführung in der Lutherkirche Leer übernimmt Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer.
Der Theologe bringt langjährige Erfahrungen aus unterschiedlichen kirchlichen Kontexten mit – zuletzt als Pastor der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Luxemburg. Geboren 1967, studierte Mertin evangelische Theologie in Bethel, Heidelberg und Göttingen. Nach Stationen in der Militärseelsorge und in der Gemeindearbeit in der Lüneburger Heide promovierte er im Neuen Testament. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.
„Ich habe Lust auf den Kirchenkreis Emden-Leer“, sagt Mertin im Blick auf seine neue Aufgabe. Er beschreibt sich selbst als „offen, interessiert, kommunikativ und teamorientiert“ – Eigenschaften, die er auch in seine Leitungsaufgabe einbringen möchte.
Geprägt hat ihn in seinem bisherigen Dienst vor allem eine zentrale Frage: „Was ist unser Auftrag als Kirche hier an diesem Ort – und wie können wir heute Menschen mit dem Evangelium ansprechen?“ Dabei gehe es auch darum, neue Wege zu gehen und sich von Vertrautem zu lösen, wo es notwendig sei.
Für seine Arbeit im Kirchenkreis formuliert Mertin eine klare Vision: eine lebendige, zukunftsorientierte Kirche, die gemeinsam gestaltet wird. Als Bild beschreibt er den Kirchenkreis als „starkes Segelschiff“, unterwegs „auf dem Meer der Zeit“. Auf dessen Segel die Begriffe „Glaube, Hoffnung, Liebe“ stehen. Entscheidend dabei sei das Miteinander: „Jede und jeder ist wichtig und bringt sich ein. Wir arbeiten Hand in Hand, damit das Schiff auf Kurs bleibt“ – auch wenn es Herausforderungen gibt.
Zu diesen Herausforderungen zählen für ihn vor allem sinkende Mitgliederzahlen, geringere finanzielle Ressourcen und der zunehmende Fachkräftemangel. „Jeder Austritt tut weh“, sagt Mertin offen. Umso wichtiger sei es, kirchliche Arbeit weiterhin verlässlich und zukunftsfähig für die Menschen zu gestalten – in Gottesdienst, Seelsorge und diakonischem Engagement. Dabei setzt er auf Transparenz, klare Strukturen und eine gute Kommunikationskultur.
Ein besonderes Anliegen ist ihm die Zusammenarbeit – sowohl innerhalb der Kirche als auch mit gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren. „Ich habe erfahren, wie viel Gutes wir gemeinsam erreichen können – nicht nebeneinander oder gegeneinander, sondern miteinander.“
Neben aller Struktur und Leitung steht für Mertin die Begegnung im Mittelpunkt. „Ich freue mich darauf, den Menschen im Kirchenkreis zu begegnen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über den Glauben nachzudenken.“ Auch die Region selbst spielt für ihn eine wichtige Rolle: Nach Jahren im Ausland zieht es ihn und seine Frau bewusst in den Norden. Die Landschaft, die Kirchen, die Kultur – und nicht zuletzt die bodenständige, ehrliche und direkte norddeutsche Art, hat ihnen gefehlt.
Seine theologische Arbeit versteht er dabei als Brücke zwischen Glauben und Gegenwart: „Wir haben als Kirche etwas zu sagen – und ich möchte Formate entwickeln, die relevant sind und zum Dialog einladen.“
Mit der Einführung am 19. April beginnt für den Kirchenkreis Emden-Leer ein neues Kapitel – gemeinsam mit einem Superintendenten, der gestalten, zuhören und vernetzen möchte.
Hintergrund:
Zum Kirchenkreis Emden-Leer gehören 24 Kirchengemeinden zwischen Borkum und Leer dazu. Es sind städtische Kirchengemeinden in Emden und Leer, aber auch viele Gemeinden auf dem Lande in den Regionen Krummhörn, Moormerland und den Samtgemeinden Hesel und Jemgum. Im Kirchenkreis Emden-Leer leben etwa 41.000 Gemeindemitglieder.