Am Rande des Dollart: hier liegt unser Kirchenkreis - Foto: Kaminski

Kirche als Wegbegleiter - wie hier auf Borkum - Foto: Kaminski

Die Ahrendorgel in Leer - Foto: Oppermann

Kirche am Deich - Foto: Kaminski

Evangelisch lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer - Kirche mitten im Leben

Mit „Stopp und Go(tt)“ das neue Schulhalbjahr bewältigen

Zum Schluss wurden die Lehrkräfte mit Segensworten und ei-ner Parkscheibe im Sinne des Gottesdienst-Mottos „Stopp und Go(tt)“ bedacht.

Gottesdienste für Lehrkräfte in Leer und Emden / Schul- und Bildungsausschuss des evangelisch-lutherischen Kirchen-kreises Emden-Leer hatte eingeladen

Kleine Auszeiten könnten bei den zahlreichen tägli-chen Herausforderungen hilfreich sein. Das machten auf vielfältige Weise die Beteiligten der beiden Gottesdienste für Lehrkräfte in der Lutherkirche in Leer und in der Markuskirche in Emden deutlich. „Stopp und Go(tt)“ lautete das Motto. Eingeladen hatte der Schul- und Bildungsausschuss des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer.
Im Namen des Vorbereitungsteams hieß jeweils Dr. Peter Voll-mers die Besucher willkommen. Einen lebendigen Einstieg in das Thema vermittelten Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik an den BBS I in Emden mit einem Sketch. Sie spielten vier Lehrkräfte, die sich während der gemeinsamen Fahrt im Auto über ihren täglichen Stress im Dienst und im Privatleben unterhalten. Spontan beschließen sie, eine Kaffeepause zu machen. Nach der setzen sie gestärkt ihre Fahrt fort und verabreden, künftig öfter aus ihrem „Schlamassel“ auszusteigen. Mit der Aufforderung „Mach’ mal Pause“ begann auch Pastorin Ina Schulz ihre Predigt. Sie ist Schulpastorin an den BBS I Em-den und Beauftragte für Kirche und Schule im Sprengel Ostfriesland-Ems. Lehrkräfte gehörten zu jenen, deren Beruf besonders für ein Burn-out gefährde, sagte sie. „Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft…“, heiße es in der Bibel (Jesaja 40,31). In diesem Sinne könne der Glaube auch Lehrkräften Kraft und Ruhe geben. Gedanken an Gott seien eine Form der Auszeit, die einen neuen Blick auf das Schöne und Wichtige im Leben ermögliche, erklärte Ina Schulz. Sie wünschte den Lehrerinnen und Lehrern, dass diese das neue Schulhalbjahr bewältigten, ohne ausgelaugt zu sein: mit „Stopp und Go(tt)“. Dazu passend bekamen alle Besucher eine Parkscheibe und Segensworte mit auf den Weg. Musikalisch begleitete Annette Liss an der Ahrend-Orgel und am E-Piano den Gottesdienst. Als Mitglieder des Bildungs- und Schulausschusses hatten Pas-torin Anita Schürmann (Vorsitzende), Pastorin Ina Schulz, Diakonin Christine Kruse, Hille Hunger, Kuno Erdtmann und Dr. Peter Vollmers die Veranstaltung vorbereitet und gestaltet. Anschließend waren die Lehrkräfte zu einem Imbiss und zum Gespräch miteinander im Gemeindehaus eingeladen.

Kirchlicher Gebäudebestand bildet ein großes Arbeitsfeld

Mit vielen Rechtsverordnungen und Vorschriften für die kirchlichen Gebäude haben sich auch die ehrenamtlichen Bau- und Energiebeauftragten der Kirchengemeinden zu befassen.
Foto: Kirchenamt

Runder Tisch mit ehrenamtlichen Bau- und Ener-giebeauftragten aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Emden-Leer und Rhauderfehn tagte

Welche kirchlichen Gebäude oder Räume werden in zehn oder 20 Jahren noch benötigt oder wie genutzt? Was tun, wenn der Pastor geht? Welche Förderungen stehen 2017/2018 für den Bausektor an? Diese und weitere Fragen stellten sich die Bau- und Energiebeauftragten und einige Küster der Kirchengemeinden der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emden-Leer und Rhauderfehn beim „runden Tisch“ im Katharina-von-Bora-Haus in Leer. Die gemeinsame Veranstaltung wird seit einigen Jahren jährlich angeboten und gut angenommen. Knapp 30 Ehrenamtliche waren diesmal der Einladung des Kirchenamtes Leer gefolgt. Sie wurden von Sandra Martin, Gebäudemanagerin der beiden Kirchenkreise, begrüßt. Die Mitarbeiter des Fachbereiches Liegenschaften und Gebäudemanagement informierten die Anwesenden über Fördergelder, Baubegehungsberichte und über die Bauunterhaltung in den Gemeindehäusern und anderen kirchlichen Kerngebäuden. So gibt es im Kirchenkreis Emden-Leer 23 Kirchen, 23 Pfarrhäuser, 25 Gemeindehäuser und drei Gemeindezentren. Im Kirchenkreis Rhauderfehn sind es 25 Kirchen und Kapellen, 18 Pfarrhäuser und 22 Gemeindehäuser. Außerdem sind vom Gebäudemanagement Friedhofskapellen, Leichenhallen, Kindertagesstätten, Verwaltungsgebäude und Nebengebäude zu berücksichtigen. Im Schwerpunkt des Berichtes von Peter Schaa, der im Kirchenamt für die Bauverwaltung im Kirchenkreis Emden-Leer zuständig ist, ging es um die Pfarrhäuser. Barbara Siemer, die die gleiche Funktion für den Kirchenkreis Rhauderfehn hat, widmete sich besonders den Gemeindehäusern. Für die Kirchengemeinden sei ein bewusster Umgang mit ihrem Gebäudebestand wichtig, betonten beide Sprecher. Ziel sei es, einen bedarfsgerechten, funktionalen, wirtschaftlichen und zeitgemäßen Gebäudebestand zu schaffen und zu unterhalten. Wie umfangreich Herausforderungen sein könnten, wurde am Beispiel eines Pfarrstellenwechsels verdeutlicht: Nach dem Auszug der Pastorenfamilie stelle sich die Frage nach der Renovierung oder Sanierung des Pfarrhauses. Das Kirchenamt leiste bei vielen Aufgaben Amtshilfe. Ein wichtiges Thema bei den Treffen ist jeweils das Energiemanagement der Kirchengemeinden. Gebäudemanagerin Sandra Martin drückte die Wertschätzung für das Engagement der Bau- und Energiebeauftragten vor Ort aus, ohne das die Arbeit nicht umzusetzen sei. Die anschließende Gesprächsrunde rundete den Abend ab.

Evangelische Allianz unterstützt verschiedene Projekte

Heike Albers als Vorsitzende – mit dem symbolischen Scheck für den Dachverband – und Jan Meinders (beide vorne im Bild) sowie Pastor Eberhard Hündling von der Evangelischen Allianz überreichten Spenden aus den Kollekten der Allianzgebetswoche an (von unten) Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel („Suppenküche“), Bernd Emken („Hospizhuus“), Gisela Ferlemann und Dr. Ute Voigts (beide „Frühstück für jedermann“). Foto: Dübbel

Spenden für „Suppenküche“, „Hospizhuus“ und „Frühstück für jedermann“ sowie für den Dachverband

„Die Spenden fallen auf fruchtbaren Boden.“ Mit diesem Satz brachte Dr. Ute Voigts auf den Punkt, was sich aus der Vorstellung der Projekte ergab, die diesmal vom Arbeitskreis Evangelische Allianz Leer bedacht wurden. Über 1400 Euro aus den Kollekten der Leeraner Allianzgebetswoche 2017 wurden vergeben. „Wir sind ein Netzwerk von Christen aus ganz verschiedenen Gemeinden der Stadt“, sagte Heike Albers als Vorsitzende über die Evangelische Allianz Leer. Gemeinsam zu beten und sich näher kennenzulernen sei der Gemeinschaft wichtig. Mit ihr freute sich Kassenführer Jan Meinders über den guten Besuch während der Gebetswoche und über die Spendenbereitschaft der Teilnehmer. Unter dem Motto „Einzigartig“ waren vom 8. bis 15. Januar insgesamt sieben Veranstaltungen in unterschiedlichen Kirchengemeinden in Leer angeboten worden. Die Hauptkollekte des Festgottesdienstes zum Abschluss er-brachte 715,51 Euro, die vom Arbeitskreis auf 720 Euro aufge-rundet wurden. Je 360 Euro erhielten die „Suppenküche“ der lutherischen Christuskirchengemeinde Leer und das „Hospiz-huus“ Leer. Außerdem wurde am Ausgang der reformierten Gro-ßen Kirche eine Kollekte in Höhe von 286,19 Euro für das „Frühstück für jedermann“ gesammelt. Aus den Kollekten an den Wochentagen wird die Arbeit der Deutschen Evangelischen Allianz (Bad Blankenburg) mit 410 Euro unterstützt. Für die „Suppenküche“ – in deren Raum fand die Spendenübergabe statt – sei die erneute Unterstützung eine „riesengroße Hilfe“, die zeige, dass die Arbeit des ehrenamtlichen Teams verlässlich mitgetragen werde, sagte Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel. Der Bedarf werde immer größer: Etwa 70 Menschen kämen sonntags ins Katharina-von-Bora-Haus, um eine warme Mahlzeit und die Gelegenheit zum Gespräch zu erhalten. Ihnen werde damit auch Wertschätzung gezeigt, sagte Pastor Eberhard Hündling von der reformierten Gemeinde Leer. Er leitete den Abschlussgottesdienst der Gebetswoche, in dem Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr die Predigt hielt. Für die Spende an das „Frühstück für jedermann“ bedankten sich Dr. Ute Voigts von der lutherischen Paulusgemeinde Heis-felde und Gisela Ferlemann von der reformierten Gemeinde Leer. Ein ökumenischer Arbeitskreis richte im Gemeindehaus der Großen Kirche jeden Mittwoch ein Frühstück aus. 35 bis 50 Personen ließen sich einladen. Wie bei der „Suppenküche“ gehe es hier neben der Mahlzeit auch um das Knüpfen und den Erhalt sozialer Kontakte. Den symbolischen Scheck für das „Hospizhuus“ nahm dessen Leiter Bernd Emken entgegen. 30 ehrenamtliche und 27 haupt-amtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien im Haus tätig. In den acht Jahren des Bestehens seien 1100 Menschen begleitet worden. Der Hospizaufenthalt finanziere sich zu 95 Prozent über Kranken- und Pflegekassen. Für die übrigen fünf Prozent des Tagessatzes sei das Hospizhuus auf Spenden angewiesen. Der Hospizgast brauche keinen Eigenanteil zu zahlen.

„Check In“: Kooperation von Suchtberatung und Selbsthilfegruppen

Anja Albers, freiwillige Suchtkrankenhelferin, und Harald Spreda, Leiter der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Leer, machen auf den Selbsthilfe-Schnupperkurs „Check In“ aufmerksam. Foto: Dübbel

Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bietet Schnupperkurs zum Thema „Selbsthilfe“ an

„Check In“ hat die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Leer einen Schnupperkurs zum Thema „Selbsthilfe“ überschrieben. Anmelden können sich Menschen, die Probleme mit ihrem Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln haben. Auch deren Angehörige können teilnehmen. Der sechswöchige Kurs beginnt am 28. Februar und findet jeweils am Dienstagabend in der Friesenstraße 65a in Leer statt. Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk in Ostfriesland. Harald Spreda, Leiter der Fachstelle, freute sich, dass Anja Albers ehrenamtlich die Koordination des Projektes übernommen hat. Sie hat sich von der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen in Niedersachsen (ELAS) zur freiwilligen Suchtkrankenhelferin ausbilden lassen. Aus ihren Erfahrungen als Angehörige wisse sie, wie wichtig für Suchtkranke eine Selbsthilfegruppe sein könne, sagte Anja Albers. Sie engagiert sich auch im Freundeskreis für Suchtkranke und Angehörige in Jherings-/Boekzetelerfehn. Der Schnupperkurs soll Menschen ansprechen, die Berüh-rängste und Vorbehalte gegen Sucht-Selbsthilfegruppen haben. In der Zusammenarbeit und aus der Diskussion bei Treffen mit solchen Gruppen sei die Idee für den Schnupperkurs entstanden, erläuterte Spreda. Als Therapeut hat er festgestellt, dass für die Überwindung von Suchtproblemen die profes-sionelle Hilfe durch Beratung und Therapie kombiniert mit der Selbsthilfe am erfolgreichsten ist. Vier Abende werden von Sprechern aus verschiedenen Sucht-Selbsthilfegruppen gestaltet. Anja Albers wird immer dabei sein. Beim ersten und letzten Treffen will sie gemeinsam mit Harald Spreda informieren und auf Fragen eingehen. Beide fänden es schön, wenn der Schnupperkurs Teilnehmer ermutige, sich anschließend einer festen Gruppe anzuschließen. In einem Flyer für den Kurs werden Gründe dafür aufgeführt, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Gleich-Betroffene könnten voneinander lernen und sich gegenseitig Mut machen, heißt es da. In einer Krise würden sie von der Gruppe aufgefangen. Selbsthilfe bedeute auch, sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden. Sie funktioniere ohne „Papierkram“, also ohne dass Anträge gestellt werden müssten, und ohne Kosten. Alle Teilnehmer verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Da auch Angehörige mitbelastet seien, gebe es für sie spezielle Selbsthilfegruppen. Wenn der erste Schnupperkurs gute Resonanz findet, soll es in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Angebot geben. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Die Fachstelle in der Friesenstraße 65a ist von montags bis freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Außerdem ist sie erreichbar unter Telefon 0491-9768320 oder per E-Mail Suchtberatung.leer@twleer.de

Unterschiedlich glauben – aber gemeinsam für Frieden einsetzen

Rund 180 Besucher kamen zur Veranstaltung „Religionen bitten für den Frieden“ in den Festsaal des Leeraner Rathauses. Foto: Dübbel

Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Leer hatte eingeladen / 180 Besucher im Rathaus-Festsaal waren beeindruckt

Trotz vieler unterschiedlicher Glaubensrichtungen kann es ein gutes Miteinander geben. Das zeigten am Sonntagnachmittag im Festsaal des Leeraner Rathauses auf eindrucksvolle Weise Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Leer. Deren Vorsitzender Herbert Kroon begrüßte rund 180 Besucher zu der festlichen Veranstaltung unter dem Motto „Religionen bitten für den Frieden“.
Ein herzliches Willkommen sprach in ihrem Grußwort auch Bür-germeisterin Beatrix Kuhl aus. Den Saal des historischen Rat-hauses bezeichnete sie als „würdigen Ort für ein Friedensge-bet“. Dieser Ort sei auch gewählt worden, um deutlich zu machen, dass Frieden eine gesellschaftliche Aufgabe sei, betonte Kroon, der der evangelisch-lutherischen Kirche angehört. „Staat, Politik, Vereine, Religionen, Medien und Sie alle sind aufgerufen, ihren Teil zum Frieden beizutragen“, appellierte er. Es gelte, menschenverachtenden Worten und Taten entgegenzutreten. Herbert Kroon stellte Frauen und Männer vor, die die anwesen-den acht Religionsgruppen vertraten: Liana Tovmasyan (Armenische Apostolische Kirche), Uta Erb (Bahai-Religion), Siegfried Stoltze (Pastor der Methodistenkirche für evangelische Freikirchen), Dr. Imad Fagari (islamischer Kulturkreis), Volkan Pamukcu (Jesiden), Frauke Maschmeyer-Pühl (als 2. Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusam-menarbeit in Ostfriesland für das Judentum), Uwe Frank (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) und Uwe Wiarda (Pastor der reformierten Kirche und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Leer für die evangelisch-lutherische, evangelisch-reformierte und römisch-katholische Kirche). Jede Gruppe präsentierte sich mit Informationen, Lesungen aus ihren Schriften oder auch mit musikalischen Beiträgen. Eingeleitet wurden diese jeweils mit dem Gong aus einer Klangschale und einer brennenden Kerze als Friedens-Symbol, die von einem Kind hereingetragen und auf einem Tisch abgestellt wurde. Bewusst wurde aus Gründen der Gleichwertigkeit auf Beifall nach den einzelnen Vorstellungen verzichtet. Die Begegnung miteinander „auf Augenhöhe“ wurde auch von vielen Sprechern betont. Achtung, Toleranz und Menschlichkeit seien für das Miteinander wichtig. Ein Anliegen sei der Arbeits-gemeinschaft der Religionen – die Mitglieder in Leer und umlie-genden Gemeinden habe –, voneinander zu lernen, sagte deren Vorsitzender. „Es geht nicht nur um den Weltfrieden, sondern auch um den sozialen Frieden, den zwischenmenschlichen Frieden und den Frieden, den wir in unseren eigenen Herzen, unseren Gedanken haben“, erklärte Herbert Kroon. Für ein sehr ansprechendes musikalisches Rahmenprogramm sorgte Uta Erb am E-Piano. Im nächsten Jahr will die Arbeitsge-meinschaft der Religionen erneut einladen: Die gute Resonanz und der kräftige Beifall zum Schluss der Veranstaltung hätten dazu ermutigt, sagte deren Vorsitzender. Er freute sich auch über die anschließenden Gespräche der Besucher mit den Mitgliedern bei Tee und Gebäck. Zu den Gästen gehörten der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke und der stellvertretende Landrat Sascha Laaken (beide SPD) sowie Mitglieder des Stadtrates und des Kreistages.

Den Mund auftun gegen das Vergessen der politisch Verfolgten

Etwa 150 Besucher nahmen am Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der katholischen Kirche St. Michael in Leer teil, zu der die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Leer (ACKL) eingeladen hatte. Foto: Dübbel

Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus / Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Leer hatte eingeladen

Die Schicksale von Kommunisten und deren Angehörigen in der NS-Zeit standen im Blickpunkt des ökumenischen Gottesdienstes in der katholischen Kirche St. Michael in Leer. Dazu hatte am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Leer (ACKL) eingeladen. „Tue deinen Mund auf – gegen das Vergessen der politisch Verfolgten“, hatte sie in diesem Jahr als Thema gewählt. Pastor Martin Stührenberg von der katholischen Gemeinde St. Michael begrüßte rund 150 Besucher. Für die Nationalsozialisten seien die Kommunisten nicht nur politische Gegner gewesen, sagte Wolfgang Kellner, der von Pastorin i. R. Christine Kimmich befragt wurde. Aus verschiedenen Gründen seien sie von den Nazis gehasst worden. Auch in Leer und Umgebung seien Kommunisten als Regimegegner verhaftet und in Konzentrationslager überführt worden. Am 28. Juli 1933 habe Landrat Conring 21 Häftlinge in das Konzentrationslager Börgermoor bringen lassen. Einige von ihnen seien kurz vor Weihnachten entlassen worden. Aber auch später habe es noch willkürliche Verhaftungen von Kommunisten gegeben, selbst wenn diese nicht mehr aktiv waren. „Ich bin froh, Nachkomme eines Menschen zu sein, der nicht mitgelaufen ist.“ Das sagte Merle Flessner, die von ihrem Großvater Klaas-Frerich Grensemann berichtete. Er gehört zu den politisch Verfolgten, an die in Emden mit einem „Stolperstein“, einer kleinen Gedenktafel im Gehweg, erinnert wird. Ihr Großvater sei Mitglied der KPD gewesen, habe diese aber wegen deren Stalin-Kult bald wieder verlassen, sagte die Enkelin. 1937 sei er verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus wegen Hochverrats verurteilt worden. Später habe man ihn zur Wehrmacht eingezogen. Sein Todesdatum blieb unbekannt, er wurde seit dem Sommer 1944 in Russland vermisst. Über das Schicksal einer Familie aus Loga, von der sie nur den Anfangsbuchstaben P nannte, berichtete Dr. Ute Voigts. Von deren neun Kindern seien alle vier Söhne politisch aktiv gewesen, einer habe sich besonders in der KPD engagiert. Er sei mehrere Male verhaftet worden und schließlich 1939 im KZ Börgermoor zu Tode gekommen. Unter der NS-Verfolgung mit Bespitzelungen, Durchsuchungen und Verhaftungen habe aber die gesamte Familie – niemand war in die die NSDAP eingetreten – gelitten. Aus der Nachbarschaft und seitens der Kirche habe es keine Hilfe gegeben. Darauf, dass die Kirche schuldig geworden sei, ging auch Pastorin Kimmich in ihrer Predigt ein. Viele Pastoren hätten sich aus Angst vor dem NS-Regime lähmen lassen. Mit dem Bibelwort „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind“ (Sprüche 31,8) hatte sie ihre Rede überschrieben. „Es ist ein Trost, dass hier in dieser Kirche das Gedenken an jene, die den Mund aufmachten, lebendig ist“, sagte Christine Kimmich. Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes gestalteten Organist Michael Busch und ein ökumenischer Chor unter der Leitung von Christa Pollmann-Busch. Die Kollekte kommt der Arbeit der Leeraner Gruppe von Amnesty International zugute.

Frauen bereiteten gemeinsam den Weltgebetstag vor

 Rund 70 Frauen nahmen an der Weltgebetstags-Werkstatt in Leer teil. Bei der Vorstellungsrunde standen die Frauen je nach Gemeindezugehörigkeit auf: Hier waren es gerade die Rheiderländerinnen. Foto: Dübbel

Ökumenisches Treffen mit rund 70 Teilnehmerinnen aus Leer und Umgebung

So lebendig wie das Miteinander von etwa 70 Frauen, die am Sonnabend im Gemeindehaus der Evangelisch-reformierten Kirche Leer zusammenkamen, sollen auch die Gottesdienste zum Weltgebetstag am 3. März werden. Viele Anregungen dafür konnten die Teilnehmerinnen mit in ihre Gemeinden nehmen. Eine ökumenische Arbeitsgruppe hatte wieder das jährliche Treffen vorbereitet. In deren Namen sprach Hanna Wolterink von der gastgebenden reformierten Gemeinde ein herzliches Willkommen aus. Lutherische, methodistische, katholische, baptistische und reformierte Frauen waren zu der Weltgebetstags-Werkstatt gekommen. Sie sind in Leer und in Nachbargemeinden zu Hause, so beispielsweise in Hesel und im Rheiderland. In über 170 Ländern wird der Weltgebetstag gefeiert. Auch in vielen Gemeinden im Kreis Leer wird am 3. März zu ökumenischen Gottesdiensten eingeladen. Frauen von den Philippinen haben diesmal die Weltgebetstagsordnung erarbeitet. Das Thema lautet „Was ist denn fair?“ Der Weltgebetstag soll zum Einsatz für eine gerechte Welt ermutigen. Ein Zeichen dafür sind die Kollekten der Gottesdienste, die Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unter-stützen
Beim Vorbereitungstreffen wurde viel Wissenswertes über die Philippinen vermittelt. Auch die Lebensgeschichten von drei philippinischen Frauen wurden mit sachlichen Informationen verbunden. In dem Inselstaat stünden sich die Schönheit der Natur und als Gegensatz zerstörerische Gewalten wie Vulkane und Taifune gegenüber, hieß es. Es gebe gute Gesetze, die Frauen gegen Gewalt und Diskriminierung schützen sollten – in der Praxis sehe es aber anders aus. Vor allem Frauen und junge Mädchen seien von Armut, schlechten Arbeitsbedingungen und Rechtlosigkeit betroffen. Traditionelle Rollenbilder ließen wenig Spielraum für gerechte Aufgabenverteilung in Familie und Arbeitsleben. Unter der Leitung von Christa Pollmann-Busch und begleitet von einer Instrumentalgruppe mit Mitwirkenden aus verschiedenen Gemeinden übten die Teilnehmerinnen Weltge-betstags-Lieder ein. Der Nachmittag endete mit einem gemeinsamen Abendbrot, bei dem die Frauen für ein buntes Mitbring-Büfett gesorgt hatten.

Kindern bei traumatischen Erlebnissen rechtzeitig helfen

Landrat Matthias Groote (von links) freute sich mit Dr. Ute Schulewski (Leiterin Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen), Heike de Vries (Leiterin Gesundheitsamt Landkreis Leer) und Susanne Kreienbrock (Gesundheitsamt, Koordination „Gesundheitsregion“), dass das Projekt „Trauma-Prävention mit Familien in der Erziehungsberatung“ umgesetzt werden kann. Foto: Dübbel

Projekt „Trauma-Prävention mit Familien in der Erziehungsberatung“ / Landkreis und Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen informierten

Wenn Kinder Erlebnisse haben, deren Verarbeitung sie überfordert, kann sich das auch auf Eltern und Geschwister auswirken. Unter dem Titel „Trauma-Prävention mit Familien in der Erziehungsberatung“ bietet jetzt die Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen in Leer Begleitung und Beratung an. Träger dieses besonderen Angebotes ist der Landkreis Leer im Rahmen des landesweiten Projekts „Gesundheitsregion“.
Alle Beteiligten drückten in einem Pressegespräch ihre Freude über die Zusammenarbeit aus. Das sei nach dem Patienten-mobil das zweite genehmigte Vorhaben der Gesundheitsregion Leer, sagte Landrat Matthias Groote. „Der Fokus liegt auf der Prävention“, erklärte Heike de Vries, Leiterin des Gesundheitsamtes. Nicht jedes belastende Erlebnis führe zu einer psychiatrischen Erkrankung. Wichtig sei aber, „schnell die Weichen zu stellen“. Sie lobte das von der Beratungsstelle vorgelegte Konzept.
Traumatisierende Ereignisse könnten schwere Unfälle, außerfamiliäre Gewalterfahrungen oder plötzliche Todesfälle sein, erläuterte Dr. Ute Schulewski, Leiterin der Evangelischen Beratungsstelle. Möglichen Trauma-Folgestörungen solle vorgebeugt werden. Gedacht ist bei dem Projekt an Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren und deren Eltern. Mit ihnen wird Traumatherapeutin Christina Nölling-Moeck in der Beratungsstelle arbeiten. Sie hat bei dem auf drei Jahre angelegten Angebot eine halbe Stelle. Insgesamt stünden Fördermittel von 111.000 Euro zur Verfügung, sagte der Landrat. Außerdem, so teilte Ute Schulewski nach dem Pressegespräch mit, habe das Diakonische Werk in Niedersachsen kurzfristig eine Kofinanzierung von 5000 Euro jährlich zugesagt. Die Beratungsstelle, so deren Leiterin, könne bei dem neuen Angebot jeweils die ganze Familie einladen und sei nicht auf ein Kind festgelegt. Eltern hätten ab sofort die Möglichkeit, sich unter der Telefonnummer 0491-9604881 zu melden. Sinnvoll sei die Angabe, dass es sich um ein traumatisches Erlebnis han-dele. Mit dem Projekt werde eine Lücke zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen besetzt und damit Arbeit in einem Bereich möglich, für den es sonst keine Angebote gebe. Am 15. März solle es eine Auftaktveranstaltung mit Informationen für Fachkräfte aus dem Erziehungs- und Gesundheitswesen geben. Als wichtigen Aspekt nannten die Beteiligten die Evaluation, also die Auswertung der Erfahrungen aus der Arbeit, von der auch andere profitieren könnten. „Der ländliche Raum wird dadurch gestärkt“, sagte Landrat Groote. Er handele sich um ein sehr innovatives Projekt, das vor zehn Jahren wohl noch kein Thema gewesen sei.

Ein neues Herz! - Gottes Segen für 2017

 Jahreslosung 2017 - Bild von Pastor Jörg Schulze, Borkum
 

Konzert: Perlen des Glaubens

 Chorprojekt in Leer-Heisfelde

Weltgebetstag am Freitag, 3.März in der Petruskirche Loga

Das Logo des Weltgebetstages 2017 symbolisiert Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zum Beten und Feiern zusammen kommen. In diesem Sinne laden die vier evangelischen Kirchengemeinden Logabirum-Nortmoor, die reformierte Gemeinde Loga sowie die Friedens- und Petrusgemeinde Loga zum Weltgebetstag ein, der am Freitag, den 3.März um 19.30 stattfindet – diesmal in der Petruskirche Loga. Der Frauentreff der Petrusgemeinde unter Leitung von Ursula Witte-Fischer hat die Vorbereitung des Weltgebetstages übernommen. Der Weltgebetstag befasst sich mit den Lebenschancen der Frauen auf den Philippinen, die 2017 die Federführung für die Liturgie übernommen haben. Er steht unter dem Wort Jesu „Habe ich dir Unrecht getan? - bei den Arbeitsbedingungen, beim Lohn, bei der Landverteilung, durch die Wirtschaftpolitik, durch die Folgen des Klimawandels. Den philippinischen Frauen geht es dabei um die Gerechtigkeit im Reich Gottes, die sie mit Beispielen aus ihrer eigenen landwirtschaftlichen Tradition illustrieren.Im Geist des gemeinsamen Gebets und der geschwisterlichen Einheit in Jesus Christus wird miteinander gebetet, gesungen und füreinander eingetreten. Zugleich möchte der Weltgebetstag die gemeinsame christliche Verantwortung als Frauen vor Ort stärken. Nach der Feier des Gottesdienstes sind alle Besucher in das Gemeindehaus der Petruskirche eingeladen, wo ein reichhaltiges Buffet aus sie wartet. Auch Männer sind herzlich willkommen!

Schlüsselwerk der Neuen Musik erklingt am 9.4.2017 in Emden

Die Lukaspassion von Krzysztof Penderecki gilt als Schlüsselwerk der Neuen Musik. Aufgrund ihrer Komplexität kommt sie aber nur selten zur Aufführung. Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum erklingt sie am 9. April 2017 um 16 Uhr unter dem Titel PASSIO Penderecki 2017 in der Kulturkirche Martin-Luther in Emden im Rahmen einer besonderen Kooperation: Die professionellen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers arbeiten für das Projekt zusammen mit dem Knabenchor Hannover und der NDR Radiophilharmonie. Begleitend zu den drei Konzerten gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit unterschiedlichen Musikvermittlungsformaten, die Zugänge zum Werk von Penderecki bieten. Ein Highlight des Rahmenprogramms in Emden ist der Licht- und Klangparcours: Vom 14. März bis 9. April 2017 werden Menschen auf ungewöhnliche Weise eingeladen, die Lukaspassion kennenzulernen. Markante Orte Emdens treten in den Dialog mit dem Oratorium von Krzysztof Penderecki, der Lichtkunst von Nikola Dicke und den Worten von Superintendent Burghard Klemenz.

Weitere Infos hier

Wir bei Radio Ostfriesland: "Auszeit" und "Schwanenflug"

In der Livesendung "Schwanenflug" jeden Dienstag ab 18.05 Uhr gibt es viel Musik und aktuelle lutherische Themen. Werktags um kurz vor 7.00 Uhr gibt es die Auszeit, den guten Gedanken für den Tag!

Radio Ostfriesland

Moin und Herzlich Willkommen