borkum

Evang.-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer

Kirche mitten im Leben

Losung Samstag, 21. Juli 2018

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

1.Mose 2,7

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Wenn Menschen mit Puppen leben

Ausstellung mit Fotografien von Julia Steinigeweg in der Lutherkirche Leer bis zum 29. Juli

Gleich nach dem Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung ergaben sich zwischen Julia Steinigeweg und Besuchern in der Leeraner Lutherkirche intensive Gespräche: Die in Leer aufgewachsene und in Hamburg lebende Künstlerin hat unter dem Titel „Ein verwirrendes Potenzial“ Menschen fotografiert, die mit lebensecht wirkenden Silikonpuppen leben. Zu sehen sind die Bilder im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mensch 4.0 – Eine Reise“. Organisiert worden ist diese vom Förderverein Kultur und Musik an der Lutherkirche Leer.

Burghard Klemenz, Superintendent i. R. und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, führte durch den Gottesdienst. Gleich zu Beginn bekamen die Zuhörer eine Kostprobe der parallel laufenden interaktiven Klanginstallation „Stimmspuren“. Das Motto „Was ist der Mensch“, von Klemenz in einen speziellen Klangwandler gesprochen, kam vielfach verfremdet als Echo zurück. Das Konzept dafür wurde von „Vision Kirchenmusik“, ein Modellprojekt der lutherischen Landeskirche,  entwickelt. Aus dessen Team waren aus Hildesheim Silke Lindenschmidt und Ulf Pankoke zur Eröffnung gekommen.

In seiner Predigt zu Psalm 8 hob Burghard Klemenz zwei Gegensätze hervor: die Winzigkeit des Menschen im Vergleich zur Schöpfung Gottes und das Vermögen des Menschen, die Welt zu gestalten. Es gelte, demütig zu sein, aber auch Lebensmut zu geben, um Hilflosigkeit zu ertragen. Klemenz ging auf das Ersetzen des Menschen durch Puppen, Maschinen und künstliche Intelligenz, auf die Digitalisierung der menschlichen Sprache und auf die Verlagerung von Kommunikation ein. Zwischenmenschliche Verständigung verkümmere, wenn man sich nur noch über das Handy austausche und wenn Politik über Twitter gemacht werde. Auf die Fotos von Julia Steinigeweg bezogen sagte Burghard Klemenz: „Ich vermute, dass wir einsamer werden, wenn Puppen uns umgeben“.

Besondere Eindrücke erhielten Besucher bei der Hör-Theater-Performance „Mein Beileid“ des Theaterkollektivs „Mennerdy“ aus Hildesheim. Das gehörte wie auch ein Filmabend zum Begleitprogramm der Ausstellung. Die Lutherkirche ist für Fotoausstellung und Klanginstallation bis zum 29. Juli jeweils montags bis freitags von 15 bis 17 Uhr, sonnabends von 11.30 bis 13 Uhr und sonntags vor und nach den Gottesdiensten geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Besonderes Konzert in Leer-Heisfelde am 22. Juli

Am Sonntag, den 22. Juli, wird es in der Pauluskirche Heisfelde ein besonderes Konzert geben. Das Trio Rus- und als Gäste Olga und ihre Tochter Tanja Babitsch - werden mit erstklassig ausgebildeten Stimmen und ihrem kunstvollen Spiel auf ihren Instrumenten etwas von der "russischen Seele"  in unser Ohr und unser Herz tragen. Der Eintritt beträgt 10,-- € / Ermäßigung auf Nachfrage. Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt. Beginn um 17 Uhr.

Himmlische Posaunenklänge in Leer

Landesposaunenfest mit 1.400 Teilnehmern

Einen Abend und einen Tag lang wurde die Hafenstadt Leer von Posaunenklängen durchweht. Am 8. und 9. Juni 2018 fand das Landesposaunenfest der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unter dem Motto „As de Wind weiht" in Leer statt. „Hier in Leer weht ein frischer Wind, einladend sympathisch und offen", freute sich Marianne Gorka, Landespastorin für die Posaunenchorarbeit aus Hildesheim, über die freundliche Atmosphäre der gastgebenden Stadt. Die Bläserinnen und Bläser waren dankbar dafür, dass eine leichte Brise immer mal wieder Erfrischung in die sommerlich heißen Temperaturen auf den Festplatz Große Bleiche brachte.
Die Bürgermeisterin der Stadt Leer, Beatrix Kuhl, sagte in ihrem Grußwort zur Eröffnung: „Welch' ein Glück für uns, dass Sie heute in unserer Stadt sind! Sie bringen Wind in unsere Stadt. Sie haben alle unsere Herzen im Sturm erobert." „Leericho" werde tatsächlich gelebt. In Anlehnung an die biblische Geschichte, die beschreibt, wie Posaunenklänge die Stadtmauern von Jericho zum Einstürzen brachten, sagte Kuhl: „Ersetzen wir die Mauern durch unsere Herzen. Diese haben sie mit ihrer Musik erobert, bereits durch den abendlichen Auftakt mit dem Konzert in der Lutherkirche und dem fulminanten Auftakt mit abwechslungsreicher und hochprofessioneller Musik am Nesseufer." An diesem Wochenende hänge der Himmel nicht voller Geigen, sondern voller Posaunen und Trompeten. „Ich wünsche Ihnen, viele Besucher die diese himmlische Musik genießen können."

In der Lutherkirche hörten 650 Besucher am Vorabend das Konzert zum Auftakt mit den sieben Landesposaunenwarten der Landeskirche. Bei der Abendserenade im Hafen spielten über 300 Bläser an beiden Ufern. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sprach ein geistliches Wort und den abendlichen Segen zur Einstimmung auf das Landesposaunenfest am Wasser.