Am Rande des Dollart: hier liegt unser Kirchenkreis - Foto: Kaminski

Kirche als Wegbegleiter - wie hier auf Borkum - Foto: Kaminski

Die Ahrendorgel in Leer - Foto: Oppermann

Kirche am Deich - Foto: Kaminski

Evangelisch lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer - Kirche mitten im Leben

Spenden für die Tafel werden von Multi verdoppelt

Auf die Spenden-Aktion in den Multi-Märkten für die Leeraner Tafel am 3. Dezember machen deren ehrenamtliche Helfer (von links) Wulf Kossow, Joachim Baumann, Wilma Janßen und Birgitt Nellen sowie Diakonie-Geschäftsführer Thomas Jäckel und Tafel-Mitarbeiter Andreas Poppen aufmerksam. Foto: Dübbel

Aktion am 3. Dezember in den Märkten / Besucher kaufen „ein Teil mehr“

„Kaufen Sie ein Teil mehr und spenden Sie es!“ Darum werden am Sonnabend, 3. Dezember, zwischen 10 und 18 Uhr wieder Mitarbeiter der Leeraner Tafel die Besucher in den Multi-Märkten bitten. Die Warenspenden werden dann gewichtsmäßig von Multi verdoppelt. „Das bedeutet einen doppelten Segen für unsere Einrichtung“, sagte Pastor Thomas Jäckel als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Ostfriesland, das Träger der Tafel ist. Seit vielen Jahren unterstützten die Multi-Märkte die Leeraner Tafel mit dieser Aktion, sagte Tafel-Mitarbeiter Andreas Poppen. Außerdem gehöre Multi zu den wichtigsten Lieferanten der Tafel. Und auch bei der Ausstattung der Ausgabestelle an der Friesenstraße habe das Unternehmen etwa mit der Spende von Regalen oder Kühltruhen geholfen.
Am Sonnabend vor dem zweiten Advent werden Mitarbeiter der Tafel in den Multi-SB-Warenhäusern am Osseweg und an der Ringstraße in Leer mit Flyern auf die Aktion hinweisen. Auch im Emder Multi-Markt findet die Aktion statt. Schön wäre es, wenn Waren gespendet würden, die die Tafel eher selten erhalte, sagten Jäckel und Poppen. Sie empfahlen beispielsweise lange haltbare Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Tee und Nudeln. Auch Körperpflegeprodukte wie Duschgel oder Shampoo würden gern genommen. Abgabestellen werden in den Informationsbereichen eingerich-tet. Auch über Gaben in eine Spendendose würde man sich freuen, sagte Thomas Jäckel. Denn der größte Teil der lau-fenden Arbeit finanziere sich über Spenden. Ein zusätzlich positiver Effekt der Aktion sei, dass die Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen ins Bewusstsein gerückt werde. Zurzeit arbeiten etwa 40 Ehrenamtliche für die Leeraner Tafel, die Ausgabestellen in Leer, Hesel und Moormerland hat. Andreas Poppen hat eine 20-Stunden-Stelle, setzt sich aber auch ehrenamtlich ein. Er wird mit seiner Frau gemeinsam mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Aktion in den Multi-Märkten Ansprechpartner sein. Etwa 900 Bedarfsgemeinschaften werden von der Leeraner Ta-fel versorgt. Zusätzliche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – vor allem auch mit Führerschein, um den Transporter fahren zu können – sind gefragt.

Ein Weihnachtsmarkt mit besonderer Atmosphäre

Auf große Resonanz stieß auch der Gottesdienst in der englischen Tradition des „A Festival of Nine Lessons und Carols“ in der Christuskirche Leer, der den Abschluss des Weihnachtsmarktes bildete. Foto: Dübbel

Den Abschluss bildete ein Gottesdienst in der Christuskirche / Bürgermeisterin Beatrix Kuhl hielt eine der Lesungen

„Der Weihnachtsmarkt in der Oststadt hat so eine schöne familiäre Atmosphäre.“ Das war am Sonnabend von Besuchern zu hören, die sich von der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer einladen lassen hatten. Die gute Resonanz spiegelte sich auch im Erlös wider: 2.978,88 Euro sind das beste Ergebnis dieser Veranstaltung, die es jetzt zum achten Mal gab. Das Geld soll der Gemeindearbeit zugute kommen. Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel zeigte sich außerordentlich erfreut über das Gelingen. Sie hatte den Weihnachtsmarkt wieder organisiert, zu dem als Abschluss ein Gottesdienst in der englischen Tradition des „The Service of Nine Lessons and Carols“ – aber in deutscher Sprache – gehörte. Außerdem hatten sich 53 Ehrenamtliche mit ihrer Zeit, mit ihren Ideen und mit ihrer Arbeitskraft eingebracht. Dafür war die Pastorin sehr dankbar. Jung und Alt schlenderte von Stand zu Stand. Die Angebots-Palette reichte von Gebasteltem für die Adventszeit und Weihnachten bis hin zu besonderen Leckereien wie selbstgemachtem Likör. Ihren Spaß hatten auch Evje und Emma, die mit ihrer Oma Mathilde Hofinga den Weihnachtsmarkt besuchten. Begeistert waren sie vom Ponyreiten. Das gehörte zum Programm, das eigens für Kinder geboten wurde. Für das leibliche Wohl gleich vor Ort war etwa mit Speckendicken, Punsch und Gegrilltem gesorgt. Im Café im Katharina-von-Bora-Haus hatten die Helferinnen und Helfer alle Hände voll zu tun, um die die vielen Gäste mit Tee, Kaffee und Kuchen zu bewirten. Beim Gottesdienst freute sich Pastorin Duhm-Jäckel über eine voll besetzte Kirche. Ein besonderer Dank galt Bürgermeisterin Beatrix Kuhl, die eine der neun Lesungen hielt. Dunja Berger, Else Bierbrauer, Petra Cornelius, Manuela Nordbrock, Werner Gersema, Hans Marscheider, Erich Ulferts und Sigrid Duhm-Jäckel trugen die weiteren Texte vor. Der Zollhauschor „LLOZ“ unter der Leitung von Udo Olthoff beeindruckte mit Liedern aus der englisch-amerikanischen Weihnachtstradition. Selber singen konnten die Besucher unter der Begleitung von Michael Busch an der Orgel und vom Posaunenchor unter der Leitung von Martina Saathoff.
Mit einem langen und kräftigen Applaus bedankten sich zum Schluss die Besucher bei allen Mitwirkenden. Die Kollekte des Gottesdienstes ergab 458 Euro. Bestimmt ist sie für die Aktion „Brot für die Welt“ und für „Open Doors“, das als überkonfessionelles internationales Hilfswerk Christen unterstützt, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Solider Haushaltsplan fand breite Zustimmung

Der Kirchenkreistag des Evangelisch-lutherischen Kirchenkrei-ses Emden-Leer tagte im Lutherhaus in Leer. Foto: Dübbel

Evangelisch-lutherischer Kirchenkreistag Emden-Leer tagte / Jugendarbeit und Mitarbeiterfonds weitere Themen / Kritische Töne des Superintendenten zur Sonn- und Feiertagskultur

Einstimmig hat der Kirchenkreistag (KKT) des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer den Haushaltsplan für den Doppelhaushalt 2017/2018 beschlossen. Für das Haushaltsjahr 2017 schließt er in den ordentlichen Erträgen mit 8.830.600 Euro und in den ordentlichen Aufwendungen mit 8.802.400 Euro ab. Für das Haushaltsjahr 2018 liegen die ordentlichen Erträge bei 8.940.900 Euro und die ordentlichen Aufwendungen bei 8.783.400 Euro. „Wir legen einen unspektakulären Plan vor“, sagte vor der Abstimmung Martina Welling als Vorsitzende des Finanzausschusses in der Sitzung im Lutherhaus in Leer. Ausführlich ging Carsten Wydora, Leiter des Kirchenamtes, auf den 97 Seiten umfassenden Etat ein. Es handele sich um einen Haushalt, der solide gegenfinanziert sei.
Auf breite Zustimmung der KKT-Mitglieder stieß auch das Konzept für die Grundstandards 2017 bis 2022, die Kreisjugendwart Michael Vogt für das Handlungsfeld „Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ erläuterte. Es wurde bei lediglich einer Enthaltung angenommen. Mitarbeiter des Kreisjugenddienstes hatten es in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendausschuss erarbeitet. Darin geht es beispielsweise um kirchenkreisweite Angebote für Jugendliche und darum, wie – auch über die Gemeinden – junge Menschen für eine Mitarbeit angesprochen und motiviert werden können.
Den Mitarbeiterfonds des Kirchenkreises stellte Pastor Christian Erchinger vor. Er ist Vorsitzender des Beirates des Mitarbeiterfonds. Es handele sich um ein innovatives Co-Finanzierungsinstrument, das zusätzliche kirchliche Arbeit ermögliche. So beteilige sich der Fonds an der Mitfinanzierung von vier Diakoninnen-Stellenanteilen, an einer Gemeindereferentinnen-Stelle und zu einem Drittel an der Finanzierung der Fundraiser-Stelle. Auf Ereignisse, Situationen und Entwicklungen ging Superintendent Burghard Klemenz im Ephoralbericht ein. Dazu gehörten ein Rückblick und ein Ausblick auf Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum. Kritisch befasste sich Klemenz mit der Forderung des Handelsverbandspräsidenten, Geschäfte an bis zu zehn Sonntagen zu öffnen. Das sei eine weitere Aushöhlung des in der Verfassung verankerten Sonntagsschutzes. „Wir brauchen den Sonntag für Gottesdienst, für die Familie, für Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern, für körperliche Erholung und Sport und Spiel“, sagte er. Auch auf die Flüchtlingsarbeit ging der Superintendent ein. Erfreulich viele Kirchengemeinden engagierten sich darin nachhaltig. Schwer zu verstehen sei für die Ehrenamtlichen oftmals, warum viele Schritte in der Integration der Flüchtlinge so schleppend vorangingen. Der Kirchenkreisvorstand habe beschlossen, das Café International in Leer auch im kommenden Jahr zu betreiben. Der Betrieb des im gleichen Haus befindlichen Jugendcafés ende planungsgemäß zum Ende dieses Jahres. Abschließend blickte Klemenz auf die Adventszeit: „Eine Zeit der Erwartung und Wegbereitung, eine Buß- und Stillezeit ist explodiert zur finalen Event- und Verkaufsshow“, sagte er. Da könne man sich auch die Frage stellen, wie sich Menschen angesichts muslimischer Flüchtlinge in ihrer kulturellen Identität bedroht fühlen könnten, wenn die eigene abendländische Kultur längst dem Gewinn- und Vergnügungsstreben geopfert werde.

Söhne des Nordens in Emden

 Die Söhne des Nordens

„...wenn wi uns weersehn“ - so lautet der Konzerttitel unter dem die Söhne des Nordens auf ihrer diesjährigen vorweihnachtlichen Konzertreihe in der Kulturkirche Martin Luther auftreten. Nach den Erfolgen in den vergangenen zwei Jahren sind die vier hiesigen Vollblutmusiker Oliver Jüchems (Upgant-Schott, Gitarre), Helmut Bengen (Blomberg, Bass), Holger Billker (Dornum, Akkordeon) und Jens Meints (Hage, Perkussion) am Donnerstag, 15. Dezember 2016, um 20.00 Uhr in Emden zu Gast.
Konzertbesucher können sich auf ein unterhaltsames Programm mit vielen musikalischen Perlen freuen, das Klassiker der Rock-, Pop-, und Folkgeschichte mit (vor-) weihnachtlichen Titeln kombiniert. Stücke von ausgewählten Liedermachern und eigene Song-Kompositionen runden die charmante Mischung des Quartetts ab. Der Titelsong der diesjährigen Tour „...wenn wi uns weersehn“ stammt aus der Feder von Holger Billker und erzählt von Freundschaften im Zeitalter der modernen Medien. Dieser Song ist in erster Linie dem treuen Stammpublikum der Band gewidmet. Sänger Oliver Jüchems hat mit „Sommer 44“ eine Ballade über eine verlorene Liebe im Zweiten Weltkrieg geschrieben, die den Zuhörern unter die Haut gehen wird. Neben ruhigen und emotionalen Momenten wird es auch jede Menge Lieder geben, die für gute Stimmung sorgen. Karten gibt es bei der Emder Zeitung, dem Kulturbüro Emden und bei der Emden Marketing und Tourismus GmbH sowie online auf der Homepage der Band unter www.soehnedesnordens.de für jeweils 17,00 Euro.

Diakonisches Werk wird Körperschaft öffentlichen Rechts

Die Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes in Ostfriesland e.V. beschloss die Gründung des Evangelischen Diakonieverbandes in Ostfriesland als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Foto: Dübbel

Einstimmiger Beschluss der Mitgliederversammlung / Für Mitarbeiter der Einrichtungen ändert sich nichts

Das Diakonische Werk in Ostfriesland e.V. soll aufgelöst und daraus als Körperschaft öffentliches Rechts der „Evangelische Diakonieverband in Ostfriesland“ gegründet werden. Das beschloss einstimmig die Mitgliederversammlung des Vereins, die im Gemeindehaus in Logabirum tagte. Aufgrund veränderter rechtlicher Bedingungen – etwa durch ein neues Umsatzsteuerrecht – habe der Vorstand nach einer neuen Rechtsform gesucht, sagte Superintendent Burghard Klemenz als Vorsitzender. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-ter ändere sich damit nichts.
In Trägerschaft des Diakonischen Werkes befinden sich die Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen, die Fachstellen für Sucht und Suchtprävention in Leer und Emden, die Jugendhilfe-Einrichtung „Die Eule“ und die Leeraner Tafel. 52 lutherische und reformierte Kirchengemeinden, die lutherischen Kirchenkreise Emden-Leer und Rhauderfehn sowie der reformierte Synodalverband Südliches Ostfriesland sind Mitglieder des Vereins. Nach einer noch vorzunehmenden Satzungsänderung sollen das Vermögen und der Geschäftsbetrieb des derzeitigen Vereins auf den Evangelischen Diakonieverband in Ostfriesland übertragen werden. Bisher sei es nicht möglich gewesen, anders als auf privatrechtliche Weise über die Konfessionsgrenzen hinweg zu arbeiten, sagte Burghard Klemenz. Man habe aber sowohl die reformierte wie auch die lutherische Landessynode für die Gründung dieser kirchenübergreifenden Körperschaft des öffentlichen Rechts gewinnen und damit rechtliche Voraussetzungen schaffen kön-nen. Für die Vorbereitung dieser Beschlüsse sprach er dem in der Sitzung anwesenden Vizepräsidenten der reformierten Landeskirche, Helge Johr, und der Juristin der hannoverschen Landeskirche Dank aus. Ein spezielles Dankeschön gab es für Lydia Duis als Mitarbeiterin des lutherischen Kirchenamtes in Leer: Ihr überreiche Klemenz ein Buch. Sie habe besonders an der Umsetzung der Aufgabe mitgewirkt. Der Verein führt die Geschäfte so lange weiter, bis die neue Körperschaft rechtlich entstanden und die Satzungsänderung wirksam erfolgt ist.

Suchtkranke bleiben durch Therapie im (Berufs-)Leben

 Sie gehören zum Team der Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention in Emden (von links): Harald Spreda (Leiter), Johannes Sanders, Angelika Mertins, Annika Jacobmeier, Tobias Tegeder und Piet Bürster. Auf dem Foto fehlt Elke Jacobs. Foto: Dübbel

Emder Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes in Ostfriesland informierte

„Alkohol ist und bleibt die Hauptdroge, auch wenn durch Medienberichte die Aufmerksamkeit oft bei anderen Mitteln liegt“. Das sagte Harald Spreda als Leiter der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Emden, einer Einrichtung des Diakonischen Werkes in Ostfriesland. 80 Prozent der Klienten der Fachstelle seien von dieser legalen Droge abhängig, erst mit Abstand folgten Cannabis und Glücksspiel. Die Erfahrungen der Beratungsstelle in Emden werden durch Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. unterstützt: Durch Alkohol- und Tabakkonsum sterben 100-mal so viele Menschen wie durch illegale Drogen. Aufräumen möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle mit Vorurteilen. „Aus ganz normalen Familien kom-men ganz normale Suchtkranke“, erklären sie. Bürger, die am sozialen Leben teilnehmen und im Erwerbsleben stehen, gehör-ten dazu. Damit die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben erhalten bleibe, sei Therapie wichtig, betonte Psychologe Johannes Sanders. Sie trage dazu bei, dass die Betroffenen „nicht durch die Maschen fallen“. Trotz ihrer Alkoholabhängigkeit seien viele Erwerbstätige leistungsorientiert und leistungsfähig, war vom Beratungs-Team zu hören. Für ihren Betrieb seien sie weiter wichtig. Oftmals hätten diese Menschen einen hohen Anspruch an sich selbst. Viele engagierten sich sehr für ihre Mitmenschen und vernachlässigten ihre eigenen Bedürfnisse. Unter den Klienten der Fachstelle seien die meisten erwerbstätig. Im vergangenen Jahr waren das 116 Personen und damit deutlich mehr als die 66 Klienten, die Arbeitslosengeld I oder II bezogen. Durch Beratung und Therapie werde die Erwerbstätigkeit erhalten, sagte Sanders. Suchtberatung stehe oft am Ende eines belastenden Prozesses und folge auf einen missglückten Selbstheilungs-Versuch. Für manche Menschen werde der Alkohol über Jahrzehnte immer wichtiger. Dann kämen körperliche Erscheinungen hinzu und das eigentliche Problem könne nicht mehr kompensiert werden. Im Durchschnitt dauere es zehn bis zwölf Jahre, bis ein alkoholabhängiger Mitarbeiter im Betrieb auffalle.
Betriebe und Firmen arbeiteten mit der Beratungsstelle zusammen, betonte Spreda. Dieses Miteinander sei erfolgreich: 80 Prozent der Klienten könnten als erwerbsfähig aus der Therapie entlassen werden. Arbeitsplätze blieben erhalten, Fehlzeiten würden reduziert. Der Fachstelle ist es wichtig, Angebote zur betrieblichen Suchtprävention zu machen. Bereits bestehende Maßnahmen der Betriebe werden ergänzt. Darüber hinaus erarbeiten die Therapeuten für die Betriebe Konzepte zur Suchtprävention – speziell für den Umgang mit suchtkranken Mitarbeitern –, setzen diese Konzepte um, fördern und begleiten sie. Ergänzt werden solche Projekte durch Informationsveranstaltungen und Schulungsmaßnahmen von Mitarbeitern.
Zum Team der Fachstelle gehören Harald Spreda (Leiter), Elke Jacobs, Johannes Sanders, Annika Jacobmeier, Tobias Tege-der, Piet Bürster und Angelika Mertins (Verwaltungsmitarbeite-rin).
Die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention Emden befindet sich im dritten Stock des Rieke-Hauses über dem Stadt-Café, Am Stadtgarten 11. Sie ist telefonisch unter der Nummer 04921/2 58 99 zu erreichen. Termine können montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr vereinbart werden. Die E-Mail-Adresse lautet suchtberatung.emden@evlka, die Internetseite ist unter www.suchtberatung-emden.de aufzurufen.

Faszinierender Streifzug durch die Klang-Welt

 Mit Applaus im Stehen dankte das Publikum in der Lutherkirche den Darbietenden der Collage aus Musik, Wort und Bild unter dem Motto „Die Welt ist Klang“. Foto: Dübbel

Collage aus Musik, Wort und Bild begeisterte das Publikum in der Lutherkirche

Das Programm begann mit einem Moment der Stille und schloss auch so. Aber dann wurde es am Sonnabend in der Lutherkirche in Leer noch einmal laut: Die rund 200 Besucher zeigten mit langem Applaus im Stehen, wie sehr die Darbietungen unter dem Motto „Die Welt ist Klang“ sie fasziniert hatten. „Es soll erfahrbar werden, wie unsere ganze Welt von Schwingungen geprägt ist“, hieß es in einem Beitrag. Das gelang mit der Collage aus Musik, Wort und Bild vortrefflich. Hörbar hatte Jens Bonow mit dem Tamtam, einem großen Gong, den Abend eröffnet, zu dem die Lutherkirchengemeinde einlud. Von leise bis lautstark leitete er über zum von Burghard Kle-menz gelesenen Text aus der Schöpfungsgeschichte. Dann erklang aus dem Hintergrund der Kirche vom Heinrich-Schütz-Chor Ostfriesland das Morgenlied von Max Reger. Währenddessen erschien auf einem Bild auf der Leinwand ein aus dem All betrachteter Sonnenaufgang. Anschließend zitierte Silke Lindenschmidt aus Goethes „Faust“, worauf Klemenz auf Gedanken zur Materie aufgrund der Entdeckungen von Werner Heisenberg einging.  Von weiteren solch fein aufeinander abgestimmten Beiträgen ließ sich das Publikum zwei Stunden lang begeistern. Musik, Klänge, Geräusche, audiovisuelle Einlagen, Improvisationen und Performances gehörten dazu. Dazu, dass die Kirche immer wieder in passendes Licht getaucht wurde und die Tontechnik perfekt klappte, trugen Lehrkräfte und Studenten der Hochschule Emden/Leer bei, die auch das Equipment mitgebracht hatten.
Ungewöhnlich war auch, dass die Zuhörer quasi von Darbietenden umgeben waren. Deren Aktionsflächen lagen auf verschiedenen Seiten der Kirche. Überraschungsmomente entstanden, als etwa Wortbeiträge von im Kirchenraum verteilten Sprechern erklangen. In den musikalischen Streifzug wurde an einigen Stellen auch das Publikum eingebunden: Faszinierend, als Instrumente, Chöre und Besucher nach und nach in das „Magnificat“ einstimmten. Mitwirkende waren der Heinrich-Schütz-Chor Ostfriesland, das Ensemble „Akzente Brass" unter der Leitung von Hayo Bunger, Jens Bonow (Percussion), Uwe Heger (Saxophon), Christian Meyer (Orgel), Susanne Seitz (Flöten), Burghard Klemenz (Texte und Sprecher), Silke Lindenschmidt (Choreographie und Sprecherin), Joachim Gehrold (Klavier und Leitung des Schütz-Chores) sowie Johanne Wienroth, Marie Wienroth, Talea Lücht, Antina Lücht, Marco Klitz und Philip Wilkendorf als Performance-Gruppe. Der Schulchor des Ubbo-Emmius-Gymnasiums Leer hatte kurzfristig abgesagt, da wegen zahlreicher Krankmeldungen eine notwendige achtstimmige Besetzung nicht möglich sei. Deren zwei vorgesehene Stücke wurden als Aufnahme eingespielt. Joachim Gehrold und Silke Lindenschmidt ging ein besonderer Dank für das Konzept der Veranstaltung. Den sprach Superintendent Burghard Klemenz aus, der ebenfalls daran mitgearbeitet hatte. Kirchenmusikdirektor Gehrold ist Kantor und Organist der Lutherkirche, Silke Lindenschmidt gehört zum Team „Vision Kirchenmusik“, das ein Modellprojekt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist.

Mit Laternen von der Kirche zur Mühle

Mädchen und Jungen aus Kindergarten und Grundschule Logabirum erfreuten bei der Eiklenborg’schen Mühle in Logabirum mit Martini-Liedern. Foto: Dübbel

Martinilauf mit Familien von Kindergarten und Grundschule

Ein beeindruckendes Bild boten die rund 160 Mädchen und Jungen aus Kindergarten und Grundschule Logabirum, die sich am Montagabend mit ihren Laternen bei der Mühle der Familie Eiklenborg versammelten und Martinilieder sangen. Schule und Kindergarten wechseln sich beim Martinilauf seit vielen Jahren mit der Organisation ab. In diesem Jahr begrüßte Kindergartenleiterin Imke Frey die Kinder und deren Familien. Sie dankte Anita und Jan Eiklenborg sowie allen Helferinnen und Helfern. Mit Brezeln und Punsch wurde auch für das leibliche Wohl der kleinen und großen Besucher gesorgt. Die Mädchen und Jungen des Evangelisch-lutherischen Kindergartens hatten vor dem großen Anlass mit viel Freude ihre Laternen gebastelt und Lieder geübt. Das Martini-Fest begann für sie in der Kirche. Pastor Andreas Bartels erzählte dort eine Bildergeschichte und es wurden schon einige Lieder gesungen. Danach ging es gemeinsam mit den Schulkindern zur Mühle.

Auch Menschen aus anderen Kulturen suchen Hilfe

Psychologisch-pädagogische Beratungsfachkräfte aus Erziehungsberatungsstellen kamen zum jährlichen Regionaltreffen diesmal im Lutherhaus in Leer zusammen. Foto: Dübbel

Psychologisch-pädagogische Beratungsfachkräfte kamen zum Regionaltreffen der Erziehungsberatungsstellen nach Leer

„Interkulturelle Kompetenz und Mehrsprachigkeit in der Beratung“ lautete das Thema des jährlichen Regionaltreffens der Erziehungsberatungsstellen, das diesmal in Leer stattfand. Gastgeber waren das Beratungs- und Therapiezentrum Leer der AWO und die Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen in Leer. Deren Leiterin Dr. Ute Schulewski hieß dazu im Lutherhaus 30 psychologisch-pädagogische Beratungsfachkräfte willkommen und moderierte die Veranstaltung.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen unter anderem aus Beratungsstellen in Norden, Emden, Wittmund, Oldenburg, Varel und Westerstede. Bei dem Treffen, das den Charakter eines Fachtages hatte, stand die Beratungsarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen im Mittelpunkt. Denn auch diese suchen die Einrichtungen auf, um etwa Unterstützung bei familiären Konflikten oder Problemen der Kinder in Schulen und Kindertagesstätten zu erhalten. Der kollegiale Austausch an diesem Tag biete außerdem die Möglichkeit, „über den Tellerrand“ zu schauen und sich anregen zu lassen, sagte Michael Schattanik. Er ist Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Westerstede und erster Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Niedersachsen (LAG), der die Regionalgruppe angehört. Die LAG als Fachverband ist wiederum Mitglied der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Referenten beim Regionaltreffen waren der Autor und Theaterpädagoge Dr. Norbert Knitsch (Rhauderfehn), Diplom-Pädagogin Maike Wieger von der Evangelischen Beratungsstelle Leer und Martina Kurre, Sprachförderfachkraft der AWO in Leer.

Jubiläum - Seit 60 Jahren gibt es eine Bahnhofsmission in Emden.

Von links: Margarete Leemhuis, Leitung in Emden und Leer, Helga Wilhelm, stellvertretende Leitung in Emden, ehrenamtlich tätig, Käthe Schütt, ehrenamtliche Mitarbeiterin in Emden, 10-jähriges Jubiläum, Sabrina Delger, ehrenamtliche Mitarbeiterin in Leer, Sonja Gadow, ehrenamtliche Mitarbeiterin in Emden, Rosemarie Müller, stellvertretende Leitung in Leer, Erasmus Kröger-Vodde, Geschäftsführung, Rico Mecklenburg, ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Emden, Wolfgang Ritter, stellvertretender Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer  

Heute ist sie ein Bestandteil der Bahnhofsmission Emden-Leer. Träger ist der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Emden-Leer mit seiner
Diakonie-Geschäftsstelle. 

Einsatzorte sind die drei Bahnhöfe Emden Hauptbahnhof, Emden Außenhafen und Leer (Ostfriesland). Die ehrenamtlich und hauptberuflich Tätigen sind sich einig: "Die Arbeit für und mit Menschen am Bahnhof ist gelebte Nächstenliebe, ist Teil unseres diakonischen Auftrages. Wir leisten Reisehilfen (Ein-, Aus- und Umsteigehilfen) vom und zum Zug und Schiff. Wir vermitteln aber auch Menschen in Not an spezialisierte Beratungs- und Hilfsangebote (Suchtberatung, Drogenberatung, Tagesaufenthalt für Wohnungslose etc.)." ...denn... ein Bahnhof ist mit seinem Umfeld eine Art "Seismograph" für die sozialen Problemlagen einer Stadt (Alkoholprobleme, Drogenprobleme, Wohnungslosigkeit, psychisch erkrankte Personen...viele "stranden" am Bahnhof). Diese Aspekte hatte beim Jubiläum auch Wolfgang Ritter in seiner Rede erwähnt. Eine ehrenamtliche Mitarbeit ist noch möglich. Interessierte können sich gern zu einem "Schnuppertag" anmelden. Telefon 0491 - 5381 oder 04921 - 22834. Auch Studierende sowie Schülerinnen und Schüler können in der Bahnhofsmission ein Praktikum absolvieren. Die drei Herren auf dem Foto sprachen ihren Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Ganz besonders dankten sie Käthe Schütt, die vom 50-jährigen Jubiläum der Bahnhofsmission Emden im Jahr 2006 inspiriert, nun ihr 10-jähriges Jubiläum als ehrenamtliche Mitarbeiterin feiert.

(Beitrag von Erasmus Kröger-Vodde)

Deftige Dialoge und gut gewürztes Essen beim Ehepaar Luther

Rainer Gohde als Martin Luther (links) und Ilona Knobbe als dessen Ehefrau Katharina von Bora (rechts stehend) ließen die Besucher im Holtlander Gemeindehaus auf unterhaltsame Weise beim passenden Menü in die Zeit des Reformators eintauchen. Foto: Dübbel

Unterhaltsamer Abend zum Reformationsjubiläum im Gemeindehaus Holtland / Gleiche Veranstaltung wurde in Emden und Pewsum angeboten

„Dieser Abend verspricht, etwas Besonderes zu werden“, hatte Pastor Sven Grundmann im Gemeindehaus der Marienkirche Holtland in Aussicht gestellt. Das wurde er dann auch für die 50 Besucher. „Mit Luthers essen“ lautete das Motto. Gut gewürzt waren nicht nur die Spei-sen des Vier-Gänge-Menüs, sondern auch die Dialoge von Rai-ner Gohde als Martin Luther und Ilona Knobbe als dessen Ehe-frau Katharina von Bora. Abende mit gleichem Programm wie am Freitag in Holtland gab es am Sonnabend im Seemannsheim Emden und am Sonntag in der Manningaburg Pewsum. Sie gehörten zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer zum bevorstehenden Reformationsjubiläum...

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag

„Menschen auf See in Not um jeden Preis retten“

 Die Hauptbeteiligten des Seefahrergottesdienstes in der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Leer: in der Mitte vorn (von links) Seemannnspastor Meenke Sandersfeld, Gemeindepastor Thomas Jäckel und der Leitende Militärdekan Armin Wenzel, alle umgeben vom Shanty-Chor „Overledinger Jungs“ Collinghorst. Foto: Dübbel

Leitender Militärdekan Armin Wenzel aus Kiel hielt die Predigt im Leeraner Seefahrergottesdienst

Pastor Thomas Jäckel freute sich, zum Seefahrergottesdienst in der Christuskirche Leer am Sonntagabend den Leitenden Militärdekan Armin Wenzel vom Evangelischen Militärdekanat Kiel begrüßen zu können. Zum 13. Mal hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde zu dem maritimen Gottesdienst eingeladen, der auf Initiative von Küster Wolfgang Haberecht ins Leben gerufen wurde. Diesem gelinge es immer wieder, Prediger zu gewinnen, die sich der Seefahrt verbunden fühlten, betonte Jäckel. Über seine Liebe zum Meer und zur Seefahrt erzählte dann auch Armin Wenzel in seiner Ansprache. Sie sei schon früh durch Urlaube an der Ostsee begründet worden. Mittlerweile tue auch der 28-jährige Sohn bei der Deutschen Marine in Bremerhaven als Navigationsoffizier Dienst: „Sie merken, da hat etwas abgefärbt“, sagte schmunzelnd der Militärdekan, bevor er auf ernste Themen einging. „Viele Seeleute erhalten sehr geringe Heuer, manche Reeder beuten ihre Seeleute geradezu aus“, beklagte Wenzel. Kurze Liegezeiten in den Häfen machten Familienbegegnungen unmöglich. Darum schätze er den weltweiten Dienst der Seemannsmission. Sie helfe und unterstütze, wo es gehe – mit Möglichkeiten der Begegnung, in Stationen und Seemannsheimen, mit kleinen finanziellen Hilfen und Begleitung bei bürokratischen Hürden. Gleiches tue die Militärseelsorge. Sie begleite die Soldaten an Bord bei ihren langen und schwierigen und nicht selten gefährlichen Einsätzen. „Unsere Pastorinnen und Pastoren lassen sich voll auf die harten Bedingungen an Bord ein und teilen das Los der Soldaten um sie herum“, sagte der Dekan. „Seefahrt ohne Erinnerung und Gedenken ist unvollständig und gefährlich“, betonte Wenzel in seiner Predigt. Darum seien Mahnmale wie das Marineehrenmal in Laboe an der Kieler Förde so wichtig: Dort werde der auf See gebliebenen Menschen aller Nationen gedacht. Dort werde das Bewusstsein geschärft, dass Menschen auf See in Not um jeden Preis zu retten seien. Die Deutsche Marine sei ein hervorragendes Beispiel für die Rettung Tausender von Flüchtlingen im Mittelmeer. Auch die über 200 Besucher des Leeraner Seefahrergottesdienstes gedachten der im vergangenen Jahr auf See gebliebenen und vermissten Menschen. Sie taten das gemeinsam mit Seemannspastor Meenke Sandersfeld. Der hatte zuvor als Leiter des Seemannsheims Emden der Ostfriesischen Evangelischen Seemannsmission über deren Arbeit berichtet. Die Choräle im Gottesdienst, zum Teil in Seefahrerfassung gesungen, begleitete Mathilde Buse an der Orgel. Pastor Thomas Jäckel dankte allen Mitwirkenden des Gottesdienstes, so auch dem Shantychor „Overledinger Jungs“, der von Anfang an dabei ist. Mit einem kräftigen Applaus bedankten sich auch die Besucher bei allen Beteiligten. Die Kollekte in Höhe von 452 Euro kommt zu gleichen Teilen wieder dem Seemannsheim in Emden und der Suppenküche der Christuskirchengemeinde zugute.

Ein Gläschen Sekt in der Schwangerschaft?

Sozialarbeiterin Dana Fritsch betreut das Projekt der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, in dem auf die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft aufmerksam gemacht wird. Foto: Dübbel

Projekt der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention macht auf Risiken für das Kind durch Alkoholgenuss aufmerksam / Körperliche und geistige Schädigungen sind möglich

Schwangeren Frauen ist vom Genuss von Alkohol dringend abzuraten: Mögliche Schädigungen des im Mutterleib wachsenden Kindes sollten nicht unterschätzt werden. Das möchte in einem Projekt zum Thema „Fetale Alkoholspektrum-Störung (FASD)“ die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Leer deutlich machen. In der Einrichtung des Diakonischen Werkes in Ostfriesland hat Sozialarbeiterin Dana Fritsch diese Aufgabe übernommen. In einem Gespräch ging die Mitarbeiterin gemeinsam mit Harald Spreda, Leiter der Fachstelle, auf das für zwei Jahre angelegte Präventionsprojekt ein. Gefördert wird es vom Diakonischen Werk in Niedersachsen. „FASD ist der Oberbegriff für alle durch Alkohol verursachten vorgeburtlichen Schädigungen“, erklärte Dana Fritsch. Das körperliche Wachstum und die Organbildung der Kinder könnten beeinträchtigt und erhebliche Schäden im zentralen Nervensystem hervorgerufen werden. Um über die Gefahren zu informieren, wird die Sozialarbeiterin beispielsweise Schulen besuchen. „Wir wollen auch Kooperationspartner gewinnen“, sagte Harald Spreda. Man denke etwa an Hebammen und Frauenärzte. Ein entsprechendes Netz werde gerade aufgebaut. Als eine Partnerin für die Zusammenarbeit war schnell Gertraud Kramer gefunden. Sie bietet in ihrer Funktion als Kirchenkreis-Sozialarbeiterin auch Schwangerschaftsberatungen an und arbeitet – wie die Fachstelle – im Haus in der Friesenstraße 65a. Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit bestätigten, dass es für viele Frauen noch nicht selbstverständlich sei, in der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten, sagte sie. Dabei könne in einer bestimmten Entwicklungsphase schon eine geringe Menge Alkohol das Kind schädigen.
Es gehe nicht darum, Panik oder Schuldgefühle zu erzeugen, betonten die am Projekt Beteiligten. „Aber die Gefahren des Alkoholkonsums sollen ins Bewusstsein gerückt, entsprechen-des Wissen vermittelt und eine Änderung der Einstellung erzeugt werden“, erklärte Harald Spreda. Gedacht sei in der Umsetzung etwa an Schulveranstaltungen, Projekttage, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit sowie an persönliche Präventionsberatung für einzelne Mütter oder Paare.
„Bisher gibt es noch keine Angabe zu der niedrigsten schädigenden Menge Alkohol. Deshalb sollte während der Schwangerschaft völlig auf den Konsum verzichtet werden“, erläuterte Dana Fritsch. FASD bleibe oft unentdeckt oder es gebe Fehldiagnosen. Trotzdem sei eine Zahl von über 40.000 Kindern in Deutschland bekannt, die ein Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms aufzeigten. Rund 80 Prozent der FASD-Betroffenen lebten nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien. FASD, so hob die Sozialarbeiterin hervor, gelte als häufigste nicht genetisch bedingte geistige Behinderung, die aber vollständig vermeidbar sei. Zu den möglichen Schädigungen betroffener Kinder gehörten unter anderem Minderwuchs, Kleinköpfigkeit, Gesichtsveränderungen, organische Schäden, Skelettfehlbildungen, Verhaltensstörungen sowie geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen. Diana Fritsch ist in der Fachstelle unter der Telefonnummer 0491-9768320 erreichbar.

Ein Band zwischen den drei Türmen

Ein band zwischen den drei Türmen - mit Hilfe der Feuerwehr war das möglich. Foto: Kaminski

Lutherkirche feiert in ökumenischer Gemeinschaft das Turmjubiläum / Ein Wimpelband verbindet mit den Nachbarkirchen

Mit einem bunten Programm feierte die Lutherkirchengemeinde Leer am Sonntag, 9. Oktober, das 250-jährige Bestehen ihres Kirchturms. Blickfang war ein Wimpelband, das zwischen der reformierten Großen Kirche, der katholischen Kirche St. Michael und der Lutherkirche gespannt wird. Pastor Christoph Herbold (Lutherkirche) packte tatkräftig mit an, als die Feuerwehr mit zwei Drehleitern das Band am Sonnabend installierte. "Weiß - die Christusfarbe. Rot - die Kirchenfarbe. Das ist das verbindende zwischen unseren Kirchen", sagt der Pastor und verweist auf das heute hervorragende Miteinander der drei Konfessionen.Turmbläser eröffneten am Sonntag das Fest. Die Predigt im Gottesdienst hielt Pastor i. R. Hinrich Gerdes auf plattdeutsch über den Turmbau zu Babel. Den musikalischen Rahmen gestalteten die Turmbläser unter der Leitung von Hayo Bunger, Landesposaunenwart für den Sprengel Ostfriesland-Ems, und Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold. Das Heimatmuseum Leer bot eine begleitende Ausstellung im Kirchenraum. Auch ein Kinderprogramm mit vielen Spielen den ganzen Tag erheiterte die jüngsten Besucher. Mit dem Jubiläumsfest wurde die Dankbarkeit des „Turmfriede zu Leer“ gefeiert, sagten die Verantwortlichen der Lutherkirche. Sie erinnerten daran, dass es vor dem Bau des Kirchturms mehr als 60 Jahre lang eine Fehde gegeben habe. Zur Hundertjahrfeier der Kirche im Jahre 1775 wurden zwei neue Glocken gegossen. 1969 wurde das heutige dreiteilige Geläut eingebaut, das 2001 umfassend saniert wurde.

Tochter wird Nachfolgerin ihrer Eltern im Küsterdienst

Eine Urkunde und ein Apfelbäumchen gab es für das Küster-Ehepaar Adele und Gerhard im Sande von Pastor Andreas Bartels zum Abschied. Foto: Dübbel

Kirchengemeinde Logabirum verabschiedete Adele und Gerhard im Sande und begrüßte Andrea Müller

„Sie waren immer zur Stelle, wenn in Gemeindehaus und Kirche etwas los war!“ Mit diesen Worten würdigte Pastor Andreas Bartels den 14-jährigen Dienst von Adele und Gerhard im Sande als Küster der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Logabirum. Im Gottesdienst wurden sie jetzt feierlich verabschiedet und gleichzeitig deren Tochter Andrea Müller als Nachfolgerin vorgestellt.  Viel Arbeit habe das Küster-Ehepaar im Verborgenen geleistet, sagte Bartels. Wenn Sitzungen im Gemeindehaus anstanden, seien die Räume einladend vorbereitet gewesen. Gleiches gelte für die Gottesdienste in der Kirche. Da hätten im Sandes etwa die Liednummern gesteckt, sich um die jeweils richtige Farbe der Paramente gekümmert und das Taufwasser in der richtigen Temperatur parat gehabt. Auch um Organisations-Aufgaben für den Friedhof kümmerten sich beide. Der Gottesdienst sei Adele und Gerhard im Sande nicht nur Ableisten ihres Dienstes gewesen, sie hätten ihn bewusst gemeinsam mit der Gemeinde gefeiert, betonte der Pastor. Bevor sie den Küsterdienst übernahmen, hatten sie jahrelang in Vertretungszeiten Erfahrungen gesammelt. Adele und Gerhard Bunjes waren ihre Vorgänger. Schmunzelnd war damals vermerkt worden, dass sich bei den Vornamen nichts änderte.
Als Zeichen für Dank und Wertschätzung ihrer Arbeit überreichte Pastor Bartels dem Ehepaar eine Urkunde. Außerdem bekam es ein Apfelbäumchen als Hoffnungszeichen des Wachsens und Erntens geschenkt. Das wird sicherlich gut gedeihen – so wie der kleine Buchsbaum, den im Sandes vor 14 Jahren zur Amtseinführung erhielten. Kräftiger Beifall der Gottesdienstteilnehmer bekräftigte die Dankesworte. Mit Freude wurde die Übergabe des Staffelstabes an Andrea Müller aufgenommen. Als Vertretung für ihre Eltern hat auch die 46-Jährige schon Verlässlichkeit bewiesen. Bei ihrem vielschichtigen Dienst kann sie auf die Unterstützung ihrer Familie, zu der Ehemann Karl-Heinz und drei Kinder gehören, zählen.
Bei Tee und Kuchen im Gemeindehaus ergriff Sieglinde Robbe aus Bingum als Sprecherin der Küster im Sprengel Ostfriesland-Ems das Wort. „Schön, dass nun Andrea an der Kirchentür steht und die Besucher begrüßt“, sagte sie über ihre Kollegin. Sie hob hervor, dass Küsterinnen und Küster oft auch Ansprechpartner seien. Es sei gut, dass Logabirum zu den Kirchengemeinden gehöre, die noch Küster anstellten. An das Ehepaar im Sande überreichte Robbe ein Geschenk zum Abschied, an dessen Tochter eines zum Willkommen.

Nach langem Weg zum Neubau ein frohes Fest

 Schlüsseluebergabe mit Kindern

Kindertagesstätte Wolthusen wurde eingeweiht / Lob für das einladend wirkende Haus

„Wir feiern heut’ ein Fest.“ So begrüßte Superintendent Burghard Klemenz die Besucher bei der Einweihung der Kindertagesstätte Wolthusen und so lautete etwas später auch ein Lied, das die Kinder fröhlich sangen. Klemenz dankte als Vorsitzender des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Emden-Leer, der Träger der Einrichtung an der Basaltstraße in Emden ist, allen, die den Neubau möglich machten. Langjährige Überlegungen seien dem vorausgegangen. Über zwei Millionen Euro stellte die Stadt Emden zur Verfügung. Dem Vorstand des Kita-Verbandes dankte Klemenz für die Bereitschaft, über die laufenden Zuschüsse hinaus eine sechsstellige Summe für den Neubau zur Verfügung gestellt zu haben. Mehr als 100 Mädchen und Jungen werden in den Kindergarten-Gruppen und in der Krippe betreut. Leiter der Einrichtung, die insgesamt 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hat, ist Gerhard Valentin.„Hier ist eine Welt geschaffen worden, in der sich die Kleinen spielend auf das Leben vorbereiten können“, sagte Oberbürgermeister Bernd Bornemann. Der Ausbau des Krippen-Angebotes habe in Emden hohe Priorität. Er begrüße es, dass sich – wie hier der Kita-Verband – auch freie Träger engagierten, so Bornemann. Die Wolthuser Einrichtung sei eine der größten in der Stadt. Einen großen symbolischen Schlüssel hatte Architektin Maike Winter an ihren Chef Hein Thalen von der Thalen Consult GmbH überreicht, der diesen an den Oberbürgermeister weitergab, aus dessen Händen ihn Pastor Christoph Jebens entgegennahm. Dieser erinnerte daran, dass der Kita-Verband nach seiner Gründung die Betreuung des Bauvorhabens von der Martin-Luther-Gemeinde übernommen habe. Er freue sich über das Leben im neuen Haus. Nach Gebet und Segenswünschen übergab der Pastor den Kindern den Schlüs-sel und damit offiziell das Haus, in das sie nach den Sommerferien eingezogen waren. Ihre Freude über das schöne und einladend wirkende Gebäude und die vielseitigen Möglichkeiten zum Spielen und Lernen darin drückten auch Nadine Fichtner, Maike Pal und Dana Bahr als Elternvertreterinnen aus. Erzieherin Herta Behrends lud dann die vielen Gäste zu Führungen durch das Haus und zu Gesprächen ein. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Für die Kinder gab es drinnen und draußen zahlreiche Möglichkeiten für Spiel und Spaß. Superintendent Klemenz bezeichnete die Einrichtung als eine der schönsten unter den 16 Kitas des Trägerverbandes. „Unser Ziel ist es, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu för-dern“, sagte er. Sie sollten ihren Erfahrungshorizont weiten und auch die Chance haben, den christlichen Glauben kennenzulernen. Rat und Verwaltung der Stadt Emden gelte Dank für die Möglichkeit der Trägerschaft und den Eltern für deren Vertrauen.

In der Box rechts sehen Sie eine Bildergalerie.

„Evangelische Frauen brauchen keine Likes“

Auf dem Podium in der Martin-Luther-Kirche Emden (von links): Pastorin Ina Schulz, Gleichstellungsbeauftragte Okka Fekken, Landespastorin Franziska Müller-Rosenau, Superintendentin Angela Grimm, Meike á Tellinghusen (Leiterin der Diakoniestation), Lektorin Julia Janssen und Rita Steinbreder, Referentin des Frauenwerkes.
Fotos: Dübbel
 

Vortrag und Podiumsdiskussion in der Martin-Luther-Kirche Emden / Thema: „Frauen retten die Welt – wenn ich Reformatorin von Deutschland wäre…“ / Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Frauen der Reformation“

„Frauen retten die Welt − Wenn ich Reformatorin von Deutschland wäre...“ So waren ein Referat und eine Podiumsdiskussion in der Martin-Luther-Kirche in Emden überschrieben. Der provokante Titel sei ein bisschen augenzwinkernd gemeint, sagte die Landespastorin für Arbeit mit Frauen, Franziska Müller-Rosenau aus Hannover, in ihrem Impulsvortrag.
Etwa 40 Besucher, darunter vor allem Frauen, hatte Ina Schulz, Schulpastorin und Beauftragte für Kirchen und Schule im Sprengel Ostfriesland-Ems, im Namen des Vorbereitungskreises zu der Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Frauen der Reformation“ begrüßt. Gemeinsam mit Rita Steinbreder, Referentin für die Arbeit mit Frauen in den Sprengeln Osnabrück und Ostfriesland-Ems, die ebenfalls dem Vorbereitungskreis angehörte, leitete sie später auch das Podiumsgespräch.
In der Geschichte der Reformation wie auch heute gehe es um die Frage nach der Rechtfertigung, betonte Franziska Müller-Rosenau in ihrem Referat. Es gebe Parallelen zwischen Martin Luther und jungen Menschen heute: Der Reformator habe beim Beichten auch, modern gesprochen, „Angst vor dem Daumen runter“ gehabt. Für viele Jugendliche heute hänge das Wohlbefinden von der Anzahl der erhaltenen „Likes“ („gefällt mir“) in den sozialen Netzwerken ab. Evangelische Frauen brauchten keine „Likes“, weil sie solche Bewertungen, die nichts mit wirklicher Wertschätzung zu tun hätten, durchschauten, betonte die Landespastorin. Aber Frauen würden künftig ihre Stimme noch lauter erheben müssen, zum Beispiel gegen diejenigen, die die Würde und Rechte von Menschen antasten wollten. Darum, wofür sich Frauen einsetzten, ging es auch in der Gesprächsrunde. Auf dem Podium saßen Julia Janssen, Lekto-rin aus Emden, Meike á Tellinghusen, Leiterin der Evangelischen Diakoniestation Emden, Angela Grimm, Superintendentin des Kirchenkreises Harlingerland aus Esens, Okka Fekken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Emden, und Franziska Müller-Rosenau. Julia Janssen als jüngste Teilnehmerin, Lektorin im Ehrenamt und von Beruf Fahrlehrerin, erklärte: „Die Gemeinde könnte ohne die Frauen nicht existieren“. Sie hatte viele Beispiele für gute kirchliche Angebote, wünschte aber, die junge Generation in bestimmten Altersstufen besser anzusprechen. Die Berufsgruppe der Pflegenden, zu der ja vor allem Frauen gehörten, werde immer mehr ausgepowert, sagte Meike á Tellinghusen. Die Kirche engagiere sich schon für die sozialen Berufe, es müsse aber insgesamt mehr gegen ein Ausbrennen der Menschen getan werden. Okka Fekken zeichnete ein sehr differenziertes Bild über die Chancen von Frauen: Bei jungen und gut ausgebildeten Frau-en seien die gut. Die Gleichstellungsbeauftragte wies aber auch auf Armut von Kindern und von Frauen, vor allem auch auf Altersarmut, hin. Viel zu tun gebe es ebenfalls noch für Alleinerziehende. Sie habe schon viele Frauen ermutigt, sich fortzubilden, sagte Angela Grimm. Frauen müssten auch für die Arbeit auf Leitungsebenen gewonnen werden. Wichtig, so die Superintendentin, sei grundsätzlich eine gute allgemeine und religiöse Bildung. Frauen brauchten eigene Netzwerke. Es gebe viel zu tun in Kirche, Politik und in der gesamten Gesellschaft, fasste Ina Schulz zusammen. Es wäre schön, wenn – mit Blick auf das Thema des Abends – Frauen und Männer gemeinsam die Welt retteten.

Zur Visitation gehörte auch der Besuch auf einem Milchhof

Eielt und Susanna Hillrichs (4. und 5. von rechts) sowie Hajo und Janina Hillrichs (2. und 3. von links) zeigten Pastorin Ricarda Rabe von der Landeskirche (von rechts), Superintendent Burghard Klemenz, Pastor Sven Grundmann (Holtland), Pastor Wolfgang Ritter (stellvertretender Superintendent) und Martina Welling (Kirchenkreisvorstand) ihren Hof. Foto: Dübbel
 

Superintendent und Team informierten sich in der Marien-Kirchengemeinde Holtland / Eielt und Hajo Hillrichs stellten ihren Betrieb vor

Alle sechs Jahre werden evangelisch-lutherische Kirchengemeinden vom Superintendenten und einem Team visitiert. Diese besondere Reihe von Besuchen stand jetzt in der Marien-Kirchengemeinde Holtland an. Dabei ging es um viele Eindrücke aus dem kirchlichen Gemeindeleben, aber auch um den Austausch mit der Ortsgemeinde. Ein Anliegen von Superintendent Burghard Klemenz war es, auch einen Milchhof kennenzulernen. Das ermöglichten Eielt Hillrichs und dessen Sohn Hajo, die gemeinsam ihren landwirtschaftlichen Betrieb an der Heerenstraße führen ...
 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag

Viel Beifall für „Katharina von Wasa“ als starker Frau der Reformation

Britta Kaufmann als Katharina von Wasa und die Blockflötengruppe „CaLoRys“ der Ländlichen Akademie Krummhörn unter der Leitung von Hilke Uken erhielten in der Martin-Luther-Kirche in Emden viel Beifall.

Ländliche Akademie Krummhörn präsentierte Theaterprojekt als Begleitveranstaltung zur Ausstellung in der Martin-Luther-Kirche Emden

„Seid ihr im Gottesdienst gewesen?“, fragte streng die Gräfin von Ostfriesland – dargestellt von Britta Kaufmann – die etwa 80 Besucher in der Martin-Luther-Kirche in Emden. Dabei hatte man ihr sogar einen roten Teppich zum Empfang ausgerollt. Die Ländliche Akademie Krummhörn (LAK) gestaltete eine der Begleitveranstaltungen zur Ausstellung „Frauen der Reformation“. Mit ihrem Theaterprojekt „Katharina von Wasa“ präsentierte sie einen ausgesprochen unterhaltsamen kirchengeschichtlichen Unterricht. Britta Kaufmann erzählte interessant, spannend und manches Mal auch zum Schmunzeln aus dem Leben der schwedischen Prinzessin aus dem Hause Wasa, die als Ehefrau von Edzard II. Gräfin von Ostfriesland wurde. Einmal sang sie auch ein Lied auf Plattdeutsch, mit dem sie auf die wundervolle Musik der nicht weniger wundervollen und vor allem standesgemäßen Hochzeitsfeier aufmerksam machte. Bis zur ausgehandelten Eheschließung gab es allerdings viele Hindernisse zu überwinden. Davon war ebenso zu hören wie von der Affäre zwischen Edzards Bruder Johann und Katharinas Schwester Cäcilie, die einen Schatten auf die Hochzeit warf. „Mein Edzard und ich“ leitete Britta Kaufmann als Katharina von Wasa manchen Satz ein. Die Zuhörer spürten die Liebe zu ihrem Mann, aber auch ihre dominante Persönlichkeit. Voller Begeisterung sprach die Gräfin von ihrem lutherischen Glau-ben, den sie aus ihrer Heimat mitbrachte. Er habe ihr auch beim Einleben geholfen, als sie 1561 nach Pewsum kam. Fast ins Schwärmen geriet sie, als sie von Martin Luther sprach. Den Schwan als Symbol für diesen Reformator hätte sie gern häufiger auf ostfriesischen Kirchtürmen gesehen. In Pewsum, Woquard und Loquard habe sie die Menschen vom Luthertum überzeugen können, aber in Campen seien ihre Bemühungen nicht anerkannt worden. „Ihr Emder“ sprach Katharina das Publikum oft mit einem tadelnden Ton an. Denn in Emden gelang es ihr und Edzard nicht, das Lutherische im gewünschten Maß durchzusetzen. „Wir müssen in weltlichen Gebäuden beten“, klagte Katharina. Schuld dafür schrieb sie dem Prediger Menso Alting und dessen strenger calvinistischen Kirchenzucht zu.
Zwischen den Erzähl-Abschnitten sorgte die Blockflötengruppe „CaLoRys“ der LAK unter der Leitung von Hilke Uken für die passende Musik. Dabei kamen viele verschiedene Flöten, aber auch die Gitarre und Rhythmusinstrumente zum Einsatz. Das Publikum, das reichlich Zwischenapplaus gespendet hatte, bedankte sich zum Schluss mit einem langen Beifall bei den Mitwirkenden. Herzlichen Dank für einen tiefen Einblick in das Leben der Katharina von Wasa sagte außerdem Evelin Hantke-Berning im Namen des Vorbereitungskreises der Ausstellung.
 

Luther und die Frauen

Sonja Domröse, Pastorin aus Stade und Referentin am Mittwochabend in der Martin-Luther-Kirche

Luthers Haltung zur Rolle der Frau sei nicht eindeutig, sie schwanke zwischen großer Wertschätzung (besonders gegenüber seiner eigenen Frau) und deutlicher patriarchischer
Unterordnung unter den Mann.
So Sonja Domröse, Pastorin aus Stade und Referentin am Mittwochabend in der Martin-Luther-Kirche. Vor etwa 70 Frauen (und wenigen Männern) entfaltete sie auf lebendige Weise das Schicksal verschiedener bedeutender und einflussreicher Frauen in der Reformationszeit. Neben Luthers Ehefrau Katharina von Bora ging es um Argula von Grumbach, die in Süddeutschland für die Reformaton eintrat und deren Flugschriften enorme Auflagen erreichten. Katharina Zell trat als erste evangelische Predigerin in Erscheinung und regte das Diakonenamt für Frauen an. Mutig und selbstbewusst nannte sie sich selbst zum Ende ihres Lebens eine "Kirchen-Mutter". Elisabeth von Calenberg-Göttingen schließlich hat durch ihre kluge und umsichtige Art, die Reformation in ihrem Herrschaftsgebiet einzuführen und die aufgelösten Klöster umzuwidmen die Grundlage für die heutige Institution der Kloster- kammer und die Bildung der Hannoverschen Landeskirche gelegt. Dennoch waren auch diese einflussreichen Frauen am Ende ihres Lebens oft ernüchtert, verbittert und manchmal auch verarmt und einsam. Obwohl Luthers Schriften hier schon wegweisend waren, sollte es bis zu einem tatsächlich gleichberechtigten Zugang für Frauen zu kirchlichen Gremien und Ämtern noch einige Jahrhunderte dauern. In der Hannoverschen Landeskirche gibt es die völlige Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren erst seit 1978, in der kleinen Landeskirche Schaumburg-Lippe gar erst seit 1991 und in der lutherischen Kirche in Lettland wurde die Frauenordination kürzlich sogar wieder abgeschafft. Die Wanderausstellung "Frauen der Reformation" in der Martin-Luther-Kirche ist noch bis zum 3. September zu sehen. Die nächste Abendveranstaltung ist am 24. August um 19.30 Uhr. Zu Gast ist dann eine bekannte ostfriesische Frau der Reformation - Katharina von Wasa - dargestellt von Britta Kaufmann (LAK Krummhörn).

Pastorenehepaar prägte in 27 Jahren die Gemeinde

Pastorenehepaar Schmidtke

Wolfgang und Jeanette Schmidtke wurden in der Friedenskirche Loga in den Ruhestand verabschiedet

„Ihnen ist in bewundernswerter Weise gelungen, junge Menschen im Blick zu behalten.“ Dieses Lob und viele weitere Worte der Anerkennung fand am Sonntag Superintendent Burghard Klemenz bei der Verabschiedung des Pastorenehepaares Wolfgang und Jeanette Schmidtke aus der evangelisch-lutherischen Friedenskirchengemeinde Loga. Dort versahen die beiden Theologen 27 Jahre lang ihren Dienst: er als hauptamtlicher Pastor der Gemeinde, sie als Pastorin im Ehrenamt. Nach ihrem Resturlaub treten sie am 1. September ihren Ruhestand an.
Eng wurde es am Sonntag sowohl in der Kirche beim Gottesdienst wie auch beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus. Gemeindemitglieder und Wegbegleiter standen Schlange, um sich mit persönlichen Worten von Schmidtkes zu verabschieden und Danke zu sagen. Große Dankbarkeit beim Blick auf die Lebensfülle, die sie in den 27 Jahren in Loga erlebten, drückte auch Pastor Schmidtke für sich und seine Frau aus. Burghard Klemenz erinnerte daran, dass Jeanette und Wolf-gang Schmidtke ein Auslandsvikariat in Bogotá absolviert hatten. „Wer Kolumbien kann, kann auch Ostfriesland“, sagte der Superintendent schmunzelnd. Vor Loga habe es aber noch die erste Pfarrstelle Schmidtkes in Hamelwörden bei Stade gegeben.
Der Gottesdienst, so Klemenz, habe für das Ehepaar immer im Zentrum gestanden. Zu den Schwerpunkten der Arbeit hätten aber auch die Seelsorge, Besuche im Krankenhaus und im Altenheim sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ge-hört. Bevor der Superintendent Wolfgang und Jeanette Schmidt-ke von ihren Aufgaben entpflichtete, dankte er ihnen für ihren Dienst in der Gemeinde und im Kirchenkreis. Um ein Grußwort war vom Kirchenvorstand auch Beatrix Kuhl gebeten worden. Sie spreche aber nicht als Bürgermeisterin, sondern als langjähriges Mitglied der Gemeinde, dessen Kinder hier schon den Kindergottesdienst besuchten, sagte sie. Ihre Familie schätze die Wärme und das Miteinander hier. „Sie haben die Gemeinde geprägt“, wandte sie sich an Schmidtkes. Mit Bedauern, aber auch Verständnis, habe die Gemeinde auf die Entscheidung des Pastoren-Ehepaares, in den Ruhestand zu gehen, reagiert. Das erklärte Hans-Hermann Woltmann als Vorsitzender des Kirchenvorstandes. „Sie sind immer hier willkommen“, lud er Schmidtkes nach ihrem Umzug zu Besuchen nach Loga ein. Einen besonderen Dank richtete Rudolfa Menzi an Jeanette Schmidtke, die 27 Jahre lang ehrenamtlich für den Kindergottesdienst verantwortlich gewesen sei. Das Team und die Kleinen sangen ein Lied. Am Gottesdienst beteiligt waren auch frühere Konfirmanden, der Blockflötenchor, die Gitarrenjugend und Organist Friedemann Seitz. Im Gemeindehaus spielte zur Überraschung die 13-jährige Christin Weiss Bratsche. Dort wurden Schmidtkes auch mit weiteren Dankesworten und Geschenken bedacht. Dazu gehörten zum Beispiel eine Marzipan-Torte mit Inschrift und Karten für das Weihnachtsoratorium in Hamburg. In der Hansestadt werden die Ruheständler künftig zu Hause sein. Dort leben die beiden Söhne: Michael und Andreas mit seiner Frau Tanja und Töchterchen Finja waren auch bei der Abschiedsfeier in Loga dabei.

 

Weihnachtskonzert der Gitarrenjugend

 Das Weihnachtskonzert der Gitarrenjugend Loga

Adventskonzert in der Petruskirche

Die ev. luth. Petrusgemeinde Loga lädt ein zu einem Adventskonzert in die Petruskirche ein am Samstag, den 03. Dezember 2016 in vorweihnachtlichen Ambiente.
Junge und alte Künstler aus der Petrusgemeinde musizieren und stimmen in die Vorweihnachtszeit ein: Es wirken mit das Duo Retro Art, Jürgen Paluch mit Antonia und Ronja Marks, Anastasia Kuzmin. Ferner wird die Weihnachtsgeschichte auf Plattdeutsch vorgetragen. Der Kirchenchor der Petrusgemeinde singt adventliche und weihnachtliche Lieder. Ebenfalls wird der Männergesangverein Logabirum klangvoll zur Vorweihnachtsstimmung beitragen. Auch die Besucher sind zum Mitsingen adventlicher Lieder eingeladen. Nach dem Konzert wartet ein kleiner Weihnachtsmarkt im mit Holz- und Handarbeiten sowie kleinen wird ebenfalls gesorgt. Freuen Sie sich auf einen besinnlichen und fröhlichen Abend bei Kerzenschein in der Petruskirche, Verbindungsweg 33, 26789 Leer. Beginn ist 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

 

Bericht über die letzte Studien- und Begegnungsreise nach Indien

Für Samstag, den 10.12.2017 um 11 Uhr lädt die Indien-AG der BBS I und II Emden in die Plattform der OVB, Am Stadtgarten 1, zu einem Bericht über die letzte Studien- und Begegnungsreise nach Indien ein. Mit einem Multimediabericht über die langjährige Schulpartnerschaft mit dem Technical Trainings Centre der indischen Gossner Kirche in Fudi und aktuellen Eindrücken wird eine Fotoausstellung in den Räumen der OVB eröffnet. Die Fotoausstellung ist bis zum 16.12. während der Öffnungszeiten der Schule zu besichtigen.

Konzerte in der Martin-Luther-Kirche

Der Turm der Martin-Luther-Kirche Emden.

In der Advents- und Weihnachtszeit gibt es wieder viele Konzerte in der Mart-Luther-Kirche Emden! Informieren Sie sich auf der Webseite der Gemeinde.

Zur Webseite der Kulturkirche Martin-Luther in Emden

Wir bei Radio Ostfriesland: "Auszeit" und "Schwanenflug"

In der Livesendung "Schwanenflug" jeden Dienstag ab 18.05 Uhr gibt es viel Musik und aktuelle lutherische Themen. Werktags um kurz vor 7.00 Uhr gibt es die Auszeit, den guten Gedanken für den Tag!

Radio Ostfriesland

Moin und Herzlich Willkommen