borkum

Evang.-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer

Kirche mitten im Leben

Mit den Menschen im Kirchenkreis auf den Weg begeben

Christa Olearius freut sich auf ihre Aufgaben als Superintendentin des Kirchenkreises Emden-Leer

Christa Olearius liebt ihren Beruf: Sie ist Pastorin. „Das bleibe ich auch, wenn ich auf leitender Ebene arbeite“, sagt die 47-Jährige. Denn am 19. August wird Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sie in ihr Amt als Superintendentin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer einführen. Das geschieht in einem Festgottesdienst, der um 15 Uhr in der Lutherkirche in Leer beginnt.

Christa Olearius wird Nachfolgerin von Burghard Klemenz, der im September vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet worden ist. Kurz nach dem Dienstbeginn der Superintendentin nimmt der nach den Kirchenvorstandswahlen neu konstituierte Kirchenkreistag seine Arbeit auf. „Das kann ein schöner gemeinsamer Einstieg werden“, sagt sie. Als künftige Frau an der Spitze des Kirchenkreises weiß sie, dass viele Herausforderungen auf sie warten. Aber sie freut sich darauf, sich mit vielen engagierten Menschen auf den Weg in die Zukunft zu machen.

Unterwegs zu sein und sich inspirieren zu lassen – das trifft für Christa Olearius in mancherlei Hinsicht zu: „Ich pilgere gerne“, erzählt sie. Vielleicht gehören deshalb auch die Worte aus Psalm 31 „Du (Gott) stellst meine Füße auf weiten Raum“ zu ihren Lieblingssätzen aus der Bibel, vermutet sie. Gleich nach dem Gottesdienst zur Einführung wird sie am 20. und 21. August eine Radtour durch den Kirchenkreis mit einer Übernachtung unterwegs unternehmen, hier und da Halt machen und Eindrücke sammeln.

Viel Raum steht der Familie Abel/Olearius in der Wohnung der Superintendentur am Patersgang in Leer zur Verfügung. In den Sommerferien ist sie von Nordhorn dorthin gezogen. „Wir sind nun nur zu dritt, denn unser Sohn Moritz macht nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr über das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Indien“, erzählt die Pastorin. Sohn Jonas wird die zehnte Klasse des Gymnasiums besuchen. Ehemann Ulrich Abel wird sich arbeitsbedingt immer wieder unter der Woche in Nordhorn aufhalten.

Zu zwei Prozent ihres Dienstes ist Christa Olearius Pastorin der Lutherkirchengemeinde Leer. Auch auf die Begegnungen mit den Menschen dort freut sie sich. Gemeinschaft zu pflegen ist ihr auf allen Ebenen wichtig. „Beziehungsarbeit ist ein Pfund, mit dem wir als Kirche wuchern können“, sagt sie. Das hat sie bei ihrem vielseitigen Engagement erfahren. In den vergangenen 14 Jahren war sie als Pastorin in der Christus- und Kreuz-Kirchengemeinde in Nordhorn und seit 2009 zudem mit einer halben Pfarrstelle als lutherische Studienleiterin in der ökumenischen Besinnungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen in Nordhorn tätig.

Leer ist Heimat für die 47-Jährige. Hier hat sie als Tochter von Renate und Hanno Olearius – geboren und aufgewachsen im

Pfarrhaus auf Norderney und in Bad Pyrmont – prägende  Jugendjahre als Schülerin des Teletta-Groß-Gymnasiums, in der Pauluskirchengemeinde in Heisfelde, bei den Pfadfindern, im Ruderverein und in der evangelischen Jugend verbracht. Einem freiwilligen sozialen Jahr über das Leeraner Hilfswerk „arabras“ in Brasilien folgten das Studium der evangelischen Theologie in Münster, Marburg, Salvador de Bahia und Göttingen sowie das Gemeinde-Vikariat in Hildesheim und ein Schul-Vikariat in Osnabrück.

„Viel Freiheit zu gestalten“ und „nah an Menschen zu sein“ sind Aspekte, die Christa Olearius an ihrem Beruf sehr mag. Veränderungen stellt sie sich mit großer Offenheit. „Wir haben von Gott den Auftrag, auch in die Gesellschaft hinein zu wirken“, sagt sie. Als Kirche im Ort sei es wichtig, auch Ansprechpartner für die Kommune zu sein. Auch die Präsenz in Kitas und Schulen biete Kontakte.

Die Pastorin hat eine Zeitlang Altenpflege-Schüler in Religion unterrichtet. „Ich war mit jungen Menschen zusammen, denen dem durchaus vorhandenen Interesse am Glauben eine große Sprachlosigkeit gegenüberstand“, erzählt sie. Ihr habe zu denken gegeben, wie wenig Kontakt zur Kirche vorhanden gewesen sei. „Wir müssen auch in Räume gehen, in denen Kirche gar nicht präsent ist, etwa im Theater“, sagt sie. Bei alledem dürfe man die Kerngemeinde nicht aus dem Auge verlieren: „Das ist ein Balance-Akt“.

In ihrem künftigen Wirkungskreis sieht Christa Olearius viele Schätze. Dazu gehören für sie als musikbegeisterter Frau, die selbst Querflöte spielt, auch die Orgeln. Eine Bereicherung in der Verkündigung seien die Lektoren und Prädikanten, die als Ehrenamtliche Gottesdienste halten. Vor dem Hintergrund des drohenden und schon jetzt spürbaren Pastorenmangels müsse der Kirchenkreis attraktive Stellen bieten, sagt die Theologin. Als Mentorin habe sie Vikarinnen geschult und begleitet.

Eine gute theologische Ausbildung gehört ebenso zu den Herzensanliegen von Christa Olearius wie der Dialog und das Glaubens- und theologische Gespräch in der Gemeinde und in der Ökumene, die weltweite Partnerschaftsarbeit, die Kirchenmusik und die Notfallseelsorge. Sie ist sich im Klaren darüber, dass die Kirche – wie die Gesellschaft überhaupt – sich großen Veränderungen stellen muss. Aber sie freut sich, im Kirchenkreis mit gestalten zu können. „Wenn man für etwas brennt, klappt das auch“, ist die Überzeugung der künftigen Superintendentin.

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Festwoche zum Jubiläum aus Verbundenheit zur Gemeinde

Die Heseler Liudgeri Stiftung besteht seit zehn Jahren / Programm vom 19. bis 26. August

Von „einer klugen Entscheidung“ sprach schon vor zehn Jahren Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, als die evangelisch-lutherische Liudgerikirchengemeinde Hesel eine Stiftung ins Leben rief. Zum Jubiläum der Heseler Liudgeri Stiftung wird der Regionalbischof des Sprengels Ostfriesland-Ems wieder zu Gast sein. Das zehnjährige Bestehen soll vom 19. bis 26. August mit einer Festwoche gebührend gefeiert werden.

„Die Stiftung fördert, unterstützt und ermöglicht Projekte in unserer und für unsere Kirchengemeinde“, erklärt das Stiftungs-Kuratorium mit seinem Vorsitzenden Ralf Elsner. „Wir danken schon jetzt ganz herzlich allen Unterstützern und Förderern sowie den Mitwirkenden der Festwoche“, heißt es weiter. Zu allen Veranstaltungen sei jeder willkommen und der Eintritt jeweils frei.

Eröffnet wird das Programm am Sonntag, 19. August, um 19.30 Uhr mit einem klassischen Konzert in der Liudgeri-Kirche. Mitwirkende sind Neele Focken, Hamburg  (Trompete), Deike Gröttrup, Leer (Sopran), Annemarie Busboom (Alt) und Johann Busboom (Orgel).

Am Mittwoch, 22. August, beginnt um 19.30 Uhr ein Vortrags- und Diskussionsabend unter dem Motto „Hesel – vorgestern – gestern – heute – morgen“ im Martin-Luther-Haus. Über die Heseler Geschichte erzählen Dr. Sonja König und Dr. Paul Wessels von der Ostfriesischen Landschaft. Außerdem präsentiert Johann Waten alte Bilder, Postkarten und Döntjes. Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann berichtet über die aktuelle Situation.

Eine fröhliche Stiftungs-Geburtstagsparty als Fest für Jung und Alt findet am Sonnabend, 25. August, ab 15 Uhr im Gemeindegarten zwischen Kirche und Pfarrhaus statt. Der Auftritt eines Zauberers, Spiele und Leckeres für das leibliche Wohl sind vorgesehen.

Einen Höhepunkt der Festwoche bildet der Stiftungsabend am Sonntag, 26. August, ab 19 Uhr in der Kirche, bei dem Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr zu Gast sein wird. Mitwirkende sind der Posaunenchor Hesel, der Gitarrenchor „Wegbegleiter“ und der Gitarrenchor „Saitenwind“. Verlost werden dann auch die beiden Ballonfahrten, für die bereits im Vorfeld Lose erworben werden können.

Jeweils im Anschluss an die Abendveranstaltungen wird zu einem Bistro eingeladen. Näheres über die Arbeit der Stiftung ist auf der Internetseite der Kirchengemeinde unter www.kirche-hesel.de nachzulesen.

Himmlische Posaunenklänge in Leer

Landesposaunenfest mit 1.400 Teilnehmern

Einen Abend und einen Tag lang wurde die Hafenstadt Leer von Posaunenklängen durchweht. Am 8. und 9. Juni 2018 fand das Landesposaunenfest der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unter dem Motto „As de Wind weiht" in Leer statt. „Hier in Leer weht ein frischer Wind, einladend sympathisch und offen", freute sich Marianne Gorka, Landespastorin für die Posaunenchorarbeit aus Hildesheim, über die freundliche Atmosphäre der gastgebenden Stadt. Die Bläserinnen und Bläser waren dankbar dafür, dass eine leichte Brise immer mal wieder Erfrischung in die sommerlich heißen Temperaturen auf den Festplatz Große Bleiche brachte.
Die Bürgermeisterin der Stadt Leer, Beatrix Kuhl, sagte in ihrem Grußwort zur Eröffnung: „Welch' ein Glück für uns, dass Sie heute in unserer Stadt sind! Sie bringen Wind in unsere Stadt. Sie haben alle unsere Herzen im Sturm erobert." „Leericho" werde tatsächlich gelebt. In Anlehnung an die biblische Geschichte, die beschreibt, wie Posaunenklänge die Stadtmauern von Jericho zum Einstürzen brachten, sagte Kuhl: „Ersetzen wir die Mauern durch unsere Herzen. Diese haben sie mit ihrer Musik erobert, bereits durch den abendlichen Auftakt mit dem Konzert in der Lutherkirche und dem fulminanten Auftakt mit abwechslungsreicher und hochprofessioneller Musik am Nesseufer." An diesem Wochenende hänge der Himmel nicht voller Geigen, sondern voller Posaunen und Trompeten. „Ich wünsche Ihnen, viele Besucher die diese himmlische Musik genießen können."

In der Lutherkirche hörten 650 Besucher am Vorabend das Konzert zum Auftakt mit den sieben Landesposaunenwarten der Landeskirche. Bei der Abendserenade im Hafen spielten über 300 Bläser an beiden Ufern. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sprach ein geistliches Wort und den abendlichen Segen zur Einstimmung auf das Landesposaunenfest am Wasser.