Silvia Köhler blickt optimistisch und gespannt auf ihren Dienst

Am 25. Februar wird die 42-Jährige in ihr Amt als Pastorin der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer eingeführt

Erste Eindrücke hat Silvia Köhler schon gesammelt, Amtshandlungen stehen aber erst nach dem 25. Februar an: An diesem Sonntag wird sie in einem festlichen Gottesdienst um 15 Uhr in ihr Amt als Pastorin der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer vom stellvertretenden Superintendenten Wolfgang Ritter eingeführt. Die Predigt wird sie selbst halten.

Das Küsterehepaar Margret und Wolfgang Haberecht hat die neue Seelsorgerin bereits vielen Menschen aus der Gemeinde vorgestellt. „Das hat mir das Gefühl gegeben, herzlich willkommen zu sein“, sagte die 42-Jährige. Fast zehn Jahre lang hat sie als Pastorin an der Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld gearbeitet,  seit 2015 in einem verbundenen Pfarramt in der Region Oberharz. Erfahrungen bringt sie auch als Kreisjugendpastorin und in der Konfirmandenarbeit mit. Schon bald wird sie Mädchen und Jungen in ihrer neuen Gemeinde konfirmieren.

Silvia Köhler mag an ihrem Dienst die Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen. Ihnen beistehen, Gemeinschaft erleben und das Evangelium verkünden – das alles liegt ihr am Herzen. Schöne Eindrücke erhielt sie bereits in den beiden Kindertagesstätten der Gemeinde. Die wirken jeweils auch in der Kinderbibelwoche mit. „Es gibt hier insgesamt ein reiches Programm für Mädchen und Jungen“, hat sie festgestellt. Und auch musikalisch herrsche Vielfalt in der Christuskirche.

Vom großen ehrenamtlichen Engagement für die Suppenküche ist der neuen Gemeindepastorin ebenfalls schon berichtet worden. Im Harz gehörte sie bis 2015 dem Leitungsteam eines ähnlichen diakonischen Projektes an, dem Clausthaler Tisch „Lazarus“. Die vielfältige Arbeit in der Christuskirchengemeinde habe sie gereizt – wohl wissend, dass damit große Herausforderungen verbunden seien, sagt Silvia Köhler. Sie blickt positiv gespannt auf das Kommende. Am 5. November vergangenen Jahres hatte sie sich in einem Gottesdienst vorgestellt und die Aufstellungspredigt gehalten. Anschließend wurde sie von der Gemeinde nach ostfriesischem Interessentenwahlrecht gewählt. Nun tritt sie die Nachfolge des Pastoren-Ehepaares Sigrid Duhm-Jäckel und Thomas Jäckel an.

Die Freizeit werde sicherlich knapp bemessen sein, weiß die Pastorin. Aber wichtig sei ihr, Freundschaften zu pflegen. Außerdem lese sie gern. Und dann müsse sich zeigen, inwieweit sich die Gelegenheit zum Reiten oder vielleicht auch zum Akkordeon spielen ergebe. Aufgeschlossen steht die in Bissendorf bei Osnabrück aufgewachsene Theologin auch dem Plattdeutschen gegenüber. Sie sei einige Male gefragt worden, ob sie das spreche. Zumindest – wenn nicht zu schnell geredet werde – verstehe sie schon einiges, sagt sie schmunzelnd.

Durch diese Tür wird sie künftig oft gehen: Silvia Köhler ist die neue Pastorin der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer. Foto: Dübbel

Gemeinde ist offen für Fragen zur Friedhofsgestaltung

Erhebliche Pflege- und Sanierungsarbeiten waren und sind auch weiterhin auf dem Logaer Friedhof erforderlich. Am 21. Februar haben Interessierte bei einem Informationsabend die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Foto: Dübbel

Informationsabend am 21. Februar im Gemeindehaus der Friedenskirche Loga

Pläne und Prioritätenlisten zeigen deutlich: Viel Arbeit ist in den vergangenen Jahren in die Pflege des Logaer Friedhofes bereits investiert worden, aber noch mehr steht bevor. Im Rahmen eines Informationsabends am 21. Februar ab 19 Uhr im Gemeindehaus könnten Interessierte dazu Näheres erfahren. Das erklärten Pastor Benjamin Jäckel und Hans-Hermann Woltmann als Vorsitzender des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Friedenskirchengemeinde, in deren Trägerschaft sich der Friedhof befindet,

Nächstes Projekt werde die Bepflanzung des Geländestreifens an der Friedhofstraße sein, sagte Woltmann. Auch ein Zaun soll dort wieder errichtet werden. Bäume und Büsche sind für die Begrünung vorgesehen. Je nach Wetterverhältnissen kann es im Frühjahr mit den Arbeiten losgehen.

Die weitere Einzäunung des Friedhofes soll nach und nach geschehen. Damit will die Kirchengemeinde auch den Auflagen des Landgerichts Aurich nach dem Urteil wegen Rehfraßes nachkommen. „Wir können aber nur ausgeben, was wir einnehmen“, erläuterte der KV-Vorsitzende. Für Investitionen auf dem Friedhof – und die seien sehr hoch – dürfe kein Geld aus dem Etat der Kirchengemeinde verwendet werden. Langfristig einen verlässlichen Haushalt für den Friedhof vorzuweisen sei eine Herausforderung, der sich die Verantwortlichen stellen wollten.

Ein Anliegen stellte Pastor Jäckel heraus: Ökologische Aspekte sollen in die Planungen einbezogen werden. Es gehe darum, „sich den Friedhof als Biotop vorzustellen und ihn auch als Lebensraum für die Tierwelt zu begreifen“. So sollen beispielsweise Büsche gepflanzt werden, von denen Insekten und Vögel profitieren.

Viele Bäume mussten in letzter Zeit gefällt werden. „Die Abholzungen haben wir uns nicht freiwillig überlegt“, sagte Hans-Hermann Woltmann. Baumschäden seien vorhanden gewesen. Gutachten hätten aufgezeigt, dass auf dem Friedhof die Sicherheit nicht gewährleistet gewesen sei. Stürme hätten ein Übriges getan. Sie machten sogar manche gerade abgeschlossene Pflegearbeiten zunichte.

Die Friedenskirchengemeinde biete so gut wie alle nachgefragten Bestattungsformen an, erklärte Pastor Jäckel. Es seien auch teilanonyme Bestattungen auf dem Rasengräberfeld oder Bestattungen im Friedhofswäldchen unter Bäumen möglich. Nur anonyme Bestattungen gebe es nicht, diese würden dem evangelischen Verständnis widersprechen.

Gerechtigkeit in vielen Bereichen eine Herausforderung

Diakonin Christine Kruse (Zweite von links) wurde im Gottes-dienst für Lehrkräfte aus dem Kirchenkreis Emden-Leer verab-schiedet. Vorbereitet hatten den Abend in der Markuskirche Em-den (von links) die Pastorinnen Anita Schürmann und Ina Schulz sowie die ehemalige Lehrerin Hille Hunger und Kuno Erdtmann, Lehrer an den BBS I Emden. Foto: Dübbel

Gottesdienst für Lehrkräfte in der Markuskirche in Emden / Schul- und Bildungsausschuss des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer hatte eingeladen

Mit dem Thema „Gerechtigkeit“ war der Gottesdienst für Lehrkräfte in der Markuskirche in Emden überschrieben. Mitglieder des Schul- und Bildungsausschuss des evangelisch-lutherischen Kirchenkreistages Emden-Leer hatten diesen vorbereitet. Ina Schulz, Schulpastorin an den BBS I Emden und Beauftragte für Kirche und Schule im Sprengel Ostfriesland-Ems, begrüßte die Besucher.

Auf vielfältige Weise wurde das Thema Gerechtigkeit beleuchtet. In einer Sprechmotette erwähnten Mitwirkende beispielsweise Schulnoten, Managergehälter, die Chancen von Frauen, arme und reiche Länder, Glück und Erfolg sowie Krankheit und Leid. Menschen sehnten sich nach Gerechtigkeit, fassten sie zusammen.

„Wir leben in einer Welt, in der wir alle aufeinander angewiesen sind“, sagte in ihrer Predigt Anita Schürmann, Schulpastorin an den BBS II in Leer. Sie wies auf die Folgen des Konsums in Deutschland für die Entwicklungsländer hin. Mit ihren Schülern befasse sie sich in einer Unterrichtseinheit mit dem Thema „Blutige Handys“. Zum Teil würden die Rohstoffe für diese Geräte unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut. Ein Anliegen war es der Pastorin auch, auf hohe Belastungen von Lehrkräften hinzuweisen. „Dieser Berufsgruppe fehlt es an Anerkennung“, sagte sie.

Aus dem Kirchenkreis verabschiedet wurde im Rahmen des Gottesdienstes Diakonin Christine Kruse als Schulseelsorgerin und katechetische Lehrkraft. Sie hat im Kirchenkreis Aurich die Leitung des Kirchenkreisjugenddienstes übernommen. Ina Schulz dankte Christine Kruse für das geleistete Engagement und sprach ihr Gottes Segen zu. Die Diakonin habe sich mit vielen Ideen eingebracht und zum Beispiel das „Kids-Café“ in Pewsum initiiert. Unzählige junge Menschen habe sie in den vergangenen 15 Jahren begleitet und werde sich auch in ihrer neuen Aufgabe für diese einsetzen.

In die Fürbitten des Gottesdienstes wurden Wünsche zur Gerechtigkeit einbezogen, die von Teilnehmern auf Karten geschrieben worden waren. Für die musikalische Begeleitung des Abends sorgte Stephanie Hegewald an der Orgel und am Klavier.  Mitwirkende des Gottesdienstes waren auch die ehemalige Lehrerin Hille Hunger und Kuno Erdtmann, Lehrer an den BBS I Emden. Sie hatten gemeinsam mit den Pastorinnen Ina Schulz und Anita Schürmann den Gottesdienst vorbereitet. Ein anschließender Imbiss im Gemeindehaus bot den Teilnehmern auch die Gelegenheit zum Gespräch miteinander.