Das "alte" Leitbild

Es ist zwar Geschichte - aber es spricht wesentliche Aspekte unseres Handelns an, die für alle Christen gelten. Der "neue" Kirchenkreis Emden-Leer braucht ein neues Leitbild ...

1. Gott hat das erste Wort.

„Am Anfang war das Wort.“

Johannes-Evangelium 1,1

So wie im Schöpfungsbericht Gottes Wort die Welt ins Dasein ruft, so ist Christus das Wort, das uns herausfordert Kirche zu sein. Als weite Gemeinschaft von Christen beziehen wir uns auf ihn. Durch Gottes Liebe zu jedem von uns finden wir Hoffnung für unser Leben. Wir schöpfen Kraft im Gebet. Wir sind Kirche, in der Vergebung ausgesprochen wird, und in der Menschen durch Hinweis auf Gottes Wort, durch Taufe und Abendmahl lebenslang begleitet werden. Im Zentrum aller Gemeinden im Kirchenkreis stehen Gottesdienste als Feier der Gegenwart Gottes. Wir feiern auch Gottesdienste an besonderen Punkten des Lebens Einzelner. Neben den traditionellen entwickeln wir neue Formen des Gottesdienstes. Wir fördern Gottesdienstformen, bei denen mehrere Konfessionen oder benachbarte Gemeinden zusammenwirken. Wir wollen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Welt des Glaubens öffnen und sie zur Achtung der Mitmenschen und der Schöpfung anleiten. Wir ermutigen sie durch die Konfirmation mündige Christen zu sein. Alle kirchlichen und diakonischen Mitarbeiter bekennen sich zum christlichen Glauben.

 

2. Wir sind dem christlichen Menschenbild verpflichtet.

„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.“

1. Buch Mose 1,27

Wir gehen von der gottgegebenen Würde und Einzigartigkeit jedes Menschen aus. Wir treten in der Kirche und nach außen für die Würde des Menschen ein. Wir verbessern die Lebensbedingungen von Kindern. Wir unterstützen Familien in Krisen. Wir machen uns stark gegen die Verherrlichung und Verharmlosung von Gewalt, die Vermarktung von Sexualität und das Verächtlichmachen von Menschen. Wir treten ein für die Persönlichkeitsrechte behinderter und pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Wir fördern den Hospizgedanken. Wir pflegen ein Miteinander, in dem alle zu Wort kommen, angehört und ermutigt werden, sich auch mit Gefühlen zu zeigen. Konflikte werden offen und fair behandelt. Wir bieten Vermittlung und Begleitung.

 

3. Wir tun Gutes.

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Geschwistern, das habt ihr mir getan.“

Matthäus – Evangelium 25,40

Diakonie ist tätige Nächstenliebe. Wir nehmen die Herausforderung Jesu an, uns für andere einzusetzen und ihnen in Gemeinden, diakonischen Einrichtungen sowie Projekten der weltweit tätigen Kirche tatkräftig weiterzuhelfen. unser diakonisches Handeln äußert sich in offener Parteinahme für diejenigen, die in unserer Gesellschaft zu kurz kommen. Mit unserem Engagement unterstützen wir professionelle Einrichtungen der Diakonie und fördern basisnahe Aktivitäten, die viel bewirken, wie z.B. Besuchsdienste, Hospizarbeit, Suppenküchen, Kleiderkammern, Seelsorge, Schularbeitenhilfe, Kinderbetreuung, Einkaufshilfe…

 

4. Wir gehen auf Menschen zu.

„Jesus Christus spricht: Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker...“

Matthäus-Evangelium 28, 17

Wir sind aufsuchende und nachgehende, einladende und anbietende Kirche. Wir geben unsere Begeisterung über den Glauben weiter und suchen darüber das Gespräch. Wir besuchen Menschen in ihren Wohnungen, am Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit. Wir werben um lebendige Teilnahme in Gemeinde und Diakonie. Wir bieten zweifelnden und fragenden Menschen Orientierungshilfen und geben ihnen Anteil an den Schätzen der Frömmigkeit und Spiritualität.

 

5. Wir verbinden Jung und Alt.

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremde, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen.“

Brief an die Epheser 2,19

Der Altersaufbau unserer Gesellschaft ist eine große Herausforderung für unsere Kirche. Wir wollen Menschen ermutigen, im Verbund mit mehreren Generationen zu leben und zu arbeiten. Unsere kirchlichen Häuser sind offene Begegnungsstätten für Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Lebenssituationen. Kinder und Jugendliche sollen in ihrer Kirche einen Ort haben, an dem sie Antworten auf wichtige Lebensfragen finden. Älteren Menschen bieten wir in der Kirche Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Wir geben ihnen Raum, die in Leben und Beruf erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse weiterhin einzusetzen. Chorarbeit, Familienfreizeiten, Eltern-Kind-Grup­pen und Gesprächskreise haben insbesondere die Menschen der mittleren Generation im Blick.

 

6. Wir arbeiten zusammen.

„Ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den anderen; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“

Brief an die Kolosser 3,13

Wie ein Dorf mehr ist als die Summe seiner Häuser, so ist der Kirchenkreis Leer mehr als die Summe seiner Gemeinden und Einrichtungen. Eine Gemeinschaft, die sich selbst genügt, kann es innerhalb der Kirche nicht geben. In der Zusammenarbeit vieler Kräfte gelingt, was Einzelnen versagt bleibt. Benachbarte Gemeinden legen Arbeitsbereiche zusammen, Gemeindehäuser sind offen für übergemeindliche Angebote. Wir kooperieren über die Grenzen der Konfessionen hinaus. Wir verstehen uns als Partner öffentlicher Interessen im Bereich der Wohlfahrtspflege z. B in der Sorge um Kinder und Jugendliche. Wir kooperieren mit den Einrichtungen des Gesundheitswesens.

 

7. Wir fördern ehrenamtliche Mitarbeit.

„Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke.“

Brief an die Philipper 1,3

Als Kirche gilt uns die Verheißung, in aller Verschiedenheit verbunden zu sein. Die Vielfalt der Gaben, Begabungen und Möglichkeiten von Menschen ist für uns Ansporn, Menschen jeden Alters zur freiwilligen und verantwortlichen Mitarbeit in Gremien und Einrichtungen des Kirchenkreises zu motivieren. Wir bieten ihnen Ausbildung, Begleitung und Anerkennung. Wir fördern Teamarbeit und achten die Grenzen jedes Einzelnen.

 

8. Wir danken für die Unterstützung.

„Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke.“

Brief an die Philipper 1,3

Unser Dank gilt allen, die unsere Kirche unterstützen.Dies geschieht in vielfältiger Weise z.B. durch hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeit, finanzielle Unterstützung oder durch Fürbitte. Beiträge und Spenden erweitern die Möglichkeiten Gutes zu tun. Wir gehen sorgfältig mit den anvertrauten Gütern und Gaben um und geben öffentlich Rechenschaft über unsere vielfältige Arbeit.

 

9. Wir pflegen christliche Kultur.

„Prüfet aber alles und das Gute behaltet.“

1. Brief an die Thessalonicher 5,21

Wir leben eine Kultur der Gastfreundschaft. Wir pflegen eine von gegenseitiger Achtung und Anerkennung geprägte Gemeinschaft. Wir treten für Sonn- und Feiertage als Tage des Gottesdienstes und der Ruhe und Erholung ein. Wir feiern die christlichen Feste und erhalten und beleben ihre christlichen Inhalte. Wir feiern Feste der Begegnung, fördern Spiel, Musik und Gesang in Gruppen und Chören. Wir stellen uns der Kunst und Architektur, die sich erkennbar mit christlichen Grundsätzen und Symbolen auseinandersetzen. Wir setzen uns für den Erhalt der ostfriesischen Kirchen, Friedhöfe und Orgeln ein. Wir öffnen unsere kulturellen Schätze für die Öffentlichkeit.

 

10. Wir wirken öffentlich.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

2. Brief an Timotheus 1,4

Wir bieten allen Mitarbeitenden und Interessierten Informationen über das kirchliche Leben. Gemeinden und Einrichtungen informieren über ihre Arbeit, ihre Veranstaltungen und Ziele. Wir nutzen moderne Medien und verhalten uns zugleich kritisch, wo Medien das Bild der Wirklichkeit verzerren. Der Kirchenkreis betreibt Öffentlichkeitsarbeit mit dem Interesse der Information und der Vermittlung von Glaubensinhalten und ethischen Standpunkten.

Zukunftskonferenz

Das Leitbild des Kirchenkreises Leer wurde 2004 verabschiedet und galt damals für den Kirchenkreis Leer. In den kommenden Jahren werden wir als neue, größere Gemeinschaft ein neues Leitbild entwickeln und leben..