Am Rande des Dollart: hier liegt unser Kirchenkreis - Foto: Kaminski

Kirche als Wegbegleiter - wie hier auf Borkum - Foto: Kaminski

Die Ahrendorgel in Leer - Foto: Oppermann

Kirche am Deich - Foto: Kaminski

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Kirchenkreistag

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy aus Stade stell-te den Entwurf der neuen Kirchenverfassung vor. Foto: Dübbel

Die kirchliche Wirklichkeit besser abbilden

Neue Verfassung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers war ein Thema beim Kirchenkreistag Emden-Leer / Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy aus Stade refe-rierte

Über 50 Jahre alt ist die derzeitige Verfassung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Das sei zwar „ein Qualitätszeichen“, aber Veränderungen erforderten, dass die Grundlagen des kirchlichen Miteinanders neu geregelt würden, sagte Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy aus Stade. Als Mitglied des Verfassungsausschusses stellte er in der Sitzung des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreistages Em-den-Leer den Entwurf für die neue Kirchenverfassung vor, die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten soll.
Das Gremium tagte im Lutherhaus in Leer. Nach einer Ausspra-che und Klärung von Fragen ermutigte Brandy die Kirchenkreis-tagsmitglieder, Stellung zu nehmen. Bis Ende dieses Jahres wür-den über das Internet (www.kirchenverfassung2020.de) Vor-schläge, Anregungen und Kommentare gesammelt. Voraussicht-lich im Mai 2019 könne die Verfassung von der Landessynode beschlossen werden. Der Referent wies darauf hin, dass im Ver-fassungsausschuss als stellvertretende Mitglieder auch Bettina Siegmund aus Bingum und Kirchenamtsleiter Carsten Wydora am Entwurf mitgewirkt hätten. Beide gehören der Synode der Landeskirche an.
„Die kirchliche Wirklichkeit soll besser abgebildet werden“, nannte der Landessuperintendent als ein Ziel der Verfassungsänderung. Theologische Grundlagen sollten sparsam, aber deutlicher be-nannt werden. Offenheit für neue Entwicklungen solle gewährleis-tet werden.
Als wichtigen Aspekt nannte der Theologe eine „einladende Kir-che“. Dazu gehörten eine zeitgemäße Sprache und die Berück-sichtigung in verschiedenen Grundsätzen. „Alle Menschen sind eingeladen, das Evangelium zu hören, am kirchlichen Leben teil-zunehmen und christliche Gemeinschaft zu erfahren“, heiße es etwa in Artikel 10. „Die Kirche beteiligt sich auch am politischen Diskurs“, betonte der Redner. Das komme in Artikel 5 vor, in dem es um die Mitwirkung in Staat und Gesellschaft gehe.
Im Verfassungsentwurf wende man sich besonders auch an jun-ge Menschen, sagte Brandy. Deren Mitgestaltung sei für die Zu-kunft der Kirche wichtig. Deshalb sollten beispielsweise künftig dem Kirchenkreistag – der dann Kirchenkreissynode heiße – mindestens zwei Mitglieder unter 27 Jahren angehören. Unter der Überschrift „Vielfalt des kirchlichen Lebens“ ging der Referent auch auf die Darstellung der Kirchengemeinde im Entwurf ein. „Sie nimmt in ihrem Bereich den Auftrag der Kirche in eigener Verantwortung wahr“, heiße es in Artikel 17.
Das alte ostfriesische Interessentenwahlrecht bei der Besetzung von Pfarrstellen bleibe unangetastet, beantwortete der Gast aus Stade zum Schluss eine Frage. Schmunzelnd fügte er an: „Wer mag sich schon mit Ostfriesen anlegen?“

Diakoniestation will auch eine Tagespflege anbieten

Einstimmig beschloss der evangelisch-lutherische Kirchenkreistag Emden-Leer während seiner Sitzung in Leer die Gründung einer „Evangelischen Diakoniestation Emden gGmbH“. Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis entschieden sich die Mitglieder des Gremiums für den Bau einer Tagespflege mit altengerechten Wohnungen in Wolthusen.
Seit dem 1. September führt der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Emden-Leer die Diakoniestation allein. Sie hat rund 50 Mitarbeitende. Die geplante Ausgründung aus dem verfasst-kirchlichen Bereich entspreche den Vorgaben des Corporate Governance Codex des Diakonischen Werkes der EKD, der für das Diakonische Werk Niedersachsen übernommen wurde, erklärte Martina Welling, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisvorstandes. Die Entscheidungsebene werde damit dezidiert von der operativen Ebene getrennt.
Nach dem Beschluss des Kirchenkreistages soll zum 1. Januar die Geschäftstätigkeit der gGmbH aufgenommen werden. Alle Mitarbeitenden gehen auf die neue Gesellschaft über. Den Gesellschaftsvertrag der gGmbH erläuterte Kirchenamtsleiter Carsten Wydora.

Neubau Tagespflege
Die Leitung der Diakoniestation habe ein großes Interesse daran, die Angebotspalette um eine teilstationäre Einrichtung der Altenhilfe zu erweitern, heißt es in den Erläuterungen zum Beschlussvorschlag des Kirchenkreisvorstandes. In der Basaltstraße in Wolthusen soll ein Gebäude für den Betrieb einer Tagespflegeeinrichtung mit 18 Plätzen errichtet werden.
Vor dem Beschluss hatte Architekt Sebastian Röhrs von der rpb tektur Planungsgesellschaft mbH in Warsingsfehn das Vorhaben erläutert und Zeichnungen gezeigt. Das Gebäude soll eine Grundfläche von 400 Quadratmetern haben. Im ersten Obergeschoss ist eine Fläche von 190 Quadratmetern für drei Wohnungen vorgesehen. Das Gebäude soll dem benachbarten Kindergarten architektonisch angepasst werden, aber einen eigenen Charakter haben.

Um Arbeits- und Gesundheitsschutz kümmern

Als Referenten in der Sitzung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreistages Emden-Leer begrüßte dessen Vorsitzender Hans-Hermann Woltmann im Lutherhaus in Leer Steffen Ehbrecht (Foto) von der Evangelischen Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) in Hannover. Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen zu verhindern stehe bei der Arbeit der EFAS im Vordergrund, erklärte dieser. Es gehe darum, persönliches Leid und Ausfallzeiten zu vermeiden. Arbeits- und Gesundheitsschutz bildeten einen Bestandteil der Arbeitswelt, um den es sich im laufenden Betrieb zu kümmern gelte. Ehbrecht bot sich als Ansprechpartner bei Fragen an.
Seit zwei Jahren hat der Kirchenkreis Emden-Leer einen Arbeitsschutzkreis. Über dessen Tätigkeit berichtete Vorsitzender Pastor Christoph Jebens (Emden). Demnächst werde sich der Arbeitskreis auf der Internetseite des Kirchenkreises darstellen.